Gesamtschule Greven

Sommerlager 2016

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Schulfest im Marienschulzentrum - vom Regen in den Sonnenschein

Freitagvormittag, 9.30 Uhr. Die Spannung war groß, die Unsicherheit noch größer. Dennoch, um 10 Uhr sollte die Entscheidung getroffen sein.

Es ist die Rede vom Schulfest der weiterführenden Schulen des Marienschulzentrums und der Frage: Gilt der Regenplan oder hat der Plan für Sonnenschein Vorrang? Das Studium der Wettervorhersagen gab dann die Gewissheit – der Regenplan ist der Favorit des Tages. Mit der getroffenen Entscheidung ging dann alles ganz schnell und im freitags stattfindenden Klassenrat konnte mit den Schülern alles Notwendige besprochen werden.

In der Rönnehalle baute die Zirkus-AG ihre Matten auf, dass Blasorchester und die Schulband positionierten Mischpult, Keyboard und Notenständer, die Schulsanitäter bereiteten alles für eine fiktive Reanimation und mehr vor, die 6b ließ die Seile herunter und baute Kästen auf und Hipp Zu und Hipp Hopp Tänzer wärmten sich auf für ihren Auftritt. Im Eingangsbereich suchten sich die Neuntklässler einen Platz für den Verkauf der Wertmarken.

Im Schulgebäude verwandelten sich liebenswerte Fünftklässler in schreckliche Ungeheuer, die in der Kammer des Schreckens ihren Mitschülern das Blut in den Adern gefrieren ließen. Die Slusheismaschine musste vorbereitet werden, Klassen umgebaut und Tische gerückt werden, die Dosen gut aufeinander gestapelt werden, sodass das Konterfei des ein oder anderen Lehrers auch gesehen werden konnte, das ‚Frisbee Zielwerfen‘ suchte draußen noch nach einem sicheren Standort und die Schülerfirma bereitete den Grill vor.

Die Siebtklässler legten die Preise parat für die Tombola des Fördervereins, Schminkuntensilen wurden sortiert, der Platz für Zuckerwatte und Kulinarisches dekoriert und vieles mehr. Externe Partner wie die Malteser, das THW, Vertreter der Abenteuerkiste und des Teams der Jugendarbeit der Stadt Greven oder aber die Caritas organisierten sich, um mit ihren Aktionen das Schulereignis zu bereichern.

Und dann war es soweit: Pünktlich um 14 Uhr konnten die Schulleiter Ingo Krimphoff, Gesamtschule, und Thorben Zilske, Realschule, und stellvertretend auch für Timo Donnermeyer, Hauptschule, das Fest eröffnen. Das Orchester spielte auf, die Schulband trat an die Mikrofone und auch nach dem offiziellen Ende konnte weiterhin ein geselliges Beisammensein verzeichnet werden – übrigens bei Sonnenschein.

Gesamtschülerinnen im Bundesfinale - nicht nur virtuell!

Foto und Artikel von Oliver Hengst (WN)

Wenn einer eine Reise tut – muss er vorher gründlich planen. Erst recht, wenn er nicht alleine fährt, sondern mit der ganzen Klasse. Dieser Herausforderung stellten sich nun fünf Schülerinnen der Klasse 7a der Gesamtschule Greven. Sie bereiteten eine virtuelle Klassenfahrt vor, inklusive Gründung einer Schülerfirma (quasi das Reisebüro), Aufstellung eines Einnahme- und Ausgabenplans und umfangreicher Dokumentation. Der Lohn der Mühe: Amira Arabi, Ina Kölker, Hannah Pawlowska, Kristin Schulze Höping Pellengahr und Lara Steltenkamp sind zur Finalrunde des „Bundeswettbewerbes Finanzen“ nach Berlin eingeladen worden.

Am Donnerstagmorgen geht es los, dann können die Schülerinnen mit ihrer Teilnahme an einem Wirtschaftsplanspiel in der Hauptstadt (in neu zusammengesetzten Gruppen) noch mehr Geld für die Klassenkasse erwirtschaften, als die 200 Euro, die ihnen jetzt schon sicher sind. Die virtuelle Firma tauftedas Quintett (betreut von Klassenlehrerin Kristin Engelhardt) in Anlehnung an die tatsächliche Schüler-Firma (Auszeit) auf den Namen „Reisezeit“. „Wir haben schon relativ lange überlegt, welchen Namen wir nehmen sollen“, sagt Ina Kölker, die auch das Firmenlogo gezeichnet hat. Das virtuelle Reiseziel: kurioserweise Berlin, fünf Tage lang. Den Wirtschaftsplan dafür empfanden die Mädchen als gar nicht so schwierig. Was eine Zugreise für 30 Jugendliche nebst Begleitung, die Übernachtung in Vierbett-Zimmern in einem Hostel und der Eintritt in die Sehenswürdigkeiten der Stadt kostet, ließ sich per Internet-Recherche klären,wie Amira Arabi berichtet. Zudem wurden Finanzierungsvorschläge erarbeitet: Kuchenverkauf (Amira: „Das haben wir dann auch wirklich umgesetzt“), und ein Konzert spülten „Geld“ in die Kasse. So landeten die Planerinnen am Ende bei einem Pro-Kopf-Reisepreis von etwas mehr als 200 Euro.

„Eine Punktlandung“, freut sich Sandra Rindelhardt, stellvertretende Schulleiterin. Dieser Preis passe in den Rahmen echter Klassenfahrten. Die Teilnahme am Wettbewerb sei für die Schülerinnen auch deshalb wertvoll, „weil es manchmal sehr üppige Vorstellungen davon gibt, wo es hingehen soll“. Die Realität – das wissen die Siebtklässlerinnen spätestens jetzt – ist komplizierter. Auch Lehrerin Kristin Engelhardt freut sich über den Erfolg der Mädels, denn sie hätten „nicht nur im Unterricht gearbeitet, sondern auch viel Zeit außerhalb der Schule investiert.“.

Heimat: Erde? - Das Theaterprojekt unserer DG-Kurse

Wir schreiben das Jahr 2040. Die Bühne zeigt das Innere einer Raumstation, und zwar den Gemeinschaftsraum, in dem sich das Team aufhält, wenn keine Arbeit zu leisten ist. Es ist eine Gruppe von Menschen aus unterschiedlichen Nationen, die hier für eine ganze Weile zusammen sind und miteinander auskommen müssen. Sie kommen ins Gespräch, und jeder erzählt dabei, was er hier auf der Station vermisst, was ihm von seinem Zuhause fehlt, wen er zu Hause zurückgelassen hat und zeigt auf ein Foto, das an der Wand befestigt ist oder holt ein Erinnerungsstück hervor, das er sich mitgenommen hat. Gelegentlich verweisen die Personen auf die Erde, die durch ein Fenster im Orbit zu sehen ist.

30 Jahre später: Andere Personen befinden sich auf der Raumstation. Der Blick durch das Fenster geht nicht mehr auf die Erde, sondern auf den Sternenhimmel. Die Bilderwand gibt es noch, aber dort befinden sich jetzt Fotos der Menschen von 2040. Bald wird deutlich, dass die Erde nicht mehr existiert. Sie ist aus einem eskalierenden Streit zwischen Machtblöcken komplett zerstört worden. Keiner der Anwesenden hat sie noch selbst erlebt. Sie kennen sie aber aus den Erzählungen ihrer Eltern und rätseln herum, was diese wohl mit dem Begriff „Heimat“ gemeint haben könnten.

Soweit der Plot eines Theaterstücks nach Markus von Hagen, Kabarettist, Rezitator, Regisseur und Aktiver in der Erwachsenenbildung. „Das Konzept des Stücks ist es, die Ideen und Begrifflichkeiten junger Menschen von „Heimat“ aufzugreifen und die Vorstellungen wie sie sich auf der Bühne präsentieren wollen, im Drehbuch authentisch umzusetzen“, sagt der Autor. In Einzelgesprächen, die er mit den Gesamtschülern führte, stellte sich bald heraus, dass sie über Heimat aus unterschiedlichen Perspektiven grundsätzlich nachdenken. Dementsprechend wählte Markus von Hagen für die Rahmenhandlung eine Reflexionsebene, die Raum schafft. Damit war die Idee des Raumschiffs als visionäre Situation geboren. „Ich arbeite gern mit den jungen Menschen“, resümiert von Hagen. „Es gibt eigentlich keine Unterschiede zu der Arbeit mit den Profis.“

"Und wir haben noch nur Kreide!" - eine Podiumsdiskussion

Foto: Zoe Klix, Artikel: Monika Gerharz (WN)

Mitglieder der Schülerfirma der Gesamtschüler hatten Landtagskandidaten zum Fachgespräch über Nachhaltigkeit eingeladen. Ganz ohne Wahlkampf ging die Podiumsdiskussion natürlich über die Bühne.

Wahlkampf? Nein, gar nicht. Ein Fachgespräch sollte es werden, zwischen der Schülergenossenschaft „Auszeit“ der Gesamtschule und Abgeordneten der CDU, der SPD, der Grünen und der FDP zum Thema Schule. „Wir haben die Diskussion bei Genogenial gewonnen“, sagte Louisa Ney, Chefin der Genossenschaft, die in der Schule einen Kiosk mit gesundem Angebot betreibt und bald ein Schülercafé eröffnen will. Die 15 Jahre alten Schüler nutzten die Chance, bei der Politik um bessere Rahmenbedingungen für sich und ihre Projekte zu werben – exzellent vorbereitet, mit gut formulierten Fragen – und durchaus kritisch. „Sehr hohes Niveau, absolut Klasse!“, lobte Volksbankchef Andreas Hartmann, Sponsor und Mentor der Schüler-Genossen.

Ein Beispiel? Die Ausstattung der Schulen mit EDV. Pia Witthinrich, die die Schulverhältnisse in den Niederlanden kennt, zählte auf, wie gut die Schulen dort ausgestattet seien. „Freies Wlan in der ganzen Schule“, schwärmte sie, „Beamer, Whiteboards und ein großes Selbstlernzentrum“. Trockener Einwurf von Louisa Ney: „Und wir schreiben mit Kreide an die Tafel!“

Recht haben sie, die Schüler, das gaben Christina Schulze Föcking (CDU), Ulrike Reifig (SPD), Jan-Niclas Gesenhues (Grüne) und Alexander Brockmeier (FDP) gerne zu. „Als ich 2010 ein Praktikum in einer Grundschule in England gemacht habe, hatten die schon Whiteboard und Computer“, sagte Gesenhues. Er fordert, dass moderne Medien einen ganz anderen Stellenwert bekommen müssten als derzeit. „Denn dabei handelt es sich um absolute Kernkompetenzen für den Job.“

Doch was tun? „Mehr Jugend in die Politik“, meinte Gesenhues augenzwinkernd. Aber die Hauptsache ist natürlich mehr Geld für bessere Ausstattung und mehr Lehrer – und dabei ließ der Landtagswahlkampf grüßen, denn ganz ohne Schwarzes-Peter-Spiel ging es natürlich nicht. Lässt Rot-Grün den ländlichen Raum am langen Arm verhungern (Schulze-Föcking)? Hat Schwarz-Gelb die Schulen fast zu Tode gespart (Gesenhues)? Müsste der Bund sich finanziell für die Schulen engagieren (Brockmeier?) Oder müssten die Kommunen mehr tun (Reifig)? „Herr Vennemeyer, wollen Sie was zu Ihrer Rechtfertigung sagen?“, fragte dazu Diskussionsleiter Volker Beckmann. Das tat der Bürgermeister gern. „Ich kann in Bezug auf diese Schule sehr selbstbewusst auftreten“, sagte er und rechnete vor, dass die Stadt in diesen Tagen 30 Millionen Euro in die Schulen steckt, fünf Millionen allein in die neue Mensa der Gesamtschule. Vennemeyer: „Wir haben die feste Ab sicht, diese Schule attraktiv zu machen.“

Drei weitere Themen hatten die Schüler noch vorbereitet – sie forderten kleinere Klassen, wollten wissen, wie die Abgeordneten über das Volksbegehren zu G 8 denken (die meisten eher skeptisch) und ob die Grevener Gesamtschüler auf Unterstützung für ihr geplantes Schülercafé rechnen können. Alle versprachen es – und alle wiesen darauf hin, dass die Rahmenbedingungen stimmen müssen, damit solche Initiativen wie die „Auszeit“ überhaupt Chancen haben. „Wir brauchen ein Schulfreiheitsgesetz, das Euch die Freiräume gibt, um so etwas zu etablieren“, verlangte etwa Brockmeier mehr Selbstständigkeit der Schulen bei der Gestaltung des Lehrplans. Denn der junge FDP-Politiker weiß aus eigener Erfahrung, dass solche Projekte Zeit brauchen. „Ich habe als Schülersprecher mal versucht, so was zu machen. Es hat mit einem Kaffeeautomaten geendet.“