Gesamtschule Greven

Sommerlager 2016

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Lernbüro und Schulplaner - ertragreiches Lernen

Montags, erste Stunde in einer 5. Klasse an der Gesamtschule Greven: 30 Kinder arbeiten ruhig und konzentriert im Lernbüro. Ab und zu steht ein Kind auf, überprüft seine Lösung selbstständig und nimmt sich ein weiteres leistungsdifferenziertes Aufgabenblatt. Den Lehrer, der kurz neben einem Kind Platz genommen hat, um den Start in die Arbeit zu erleichtern, nimmt der Besucher kaum wahr. Die Arbeitsatmosphäre ist ruhig und entspannt, Orientierung bieten Schilder, die den Wechsel der Arbeitsphasen anzeigen.

Nach einer Phase der Selbstorganisation zu Beginn folgt eine konzentrierte Phase der Stillarbeit, in der sich die Kinder mit ihrem jeweiligen Material beschäftigen. In der anschließenden Flüsterphase dürfen sich Kinder zusammenschließen, die an einem Thema arbeiten oder sich Hilfe beim Nachbarn oder dem Lehrer holen. Den Abschluss der Lernbürostunde bildet wieder eine Organisationsphase, in der die Kinder ihren Arbeitsfortschritt in den Schulplaner eintragen. Die klare, selbststeuernde Struktur hebt Simon aus der Jahrgangsstufe 7 hervor und seine Schwester aus der fünften Klasse sagt: „Ich finde das Lernbüro toll, weil man das lernen kann, was man noch nicht so gut kann. Gut sind die Selbsttests in Mathe – sie helfen.“

„Als die Gesamtschule Greven sich vor gut drei Jahren dazu entschloss, den fest im Stundenplan verankerten Stunden für Übungsphasen diese neue Struktur zu geben, waren drei Gedanken ausschlaggebend“, weiß Esther Kolletzki, Abteilungsleiterin für die Klassen 5-7 zu berichten:

  • Wie können wir den früheren Arbeitsstunden mehr Struktur und Verbindlichkeit geben?
  • Wie werden wir den unterschiedlichen Begabungen unserer Kinder gerecht?
  • Wie erhalten Eltern einen guten Einblick in diese Arbeitsform? Denn Hausaufgaben im engeren Sinne werden an Gesamtschulen ja in der Schule erledigt ...

Das engagierte Kollegium machte sich ans Werk und brach die Themen der Fächer eines Jahrgangs auf sogenannte Bausteine herunter. Hier finden die Schülerinnen und Schüler speziell aufbereitetes Übungs- und Vertiefungsmaterial zu den Fächern Deutsch, Englisch und Mathematik, welches sie sich überwiegend selbstständig erarbeiten sollen. Besonders wichtig ist die letzte Phase, in der jedes Kind in den Schulplaner einträgt, was es in einer Lernbürostunde gemacht hat. Hier haben auch Fach- und Klassenlehrer die Möglichkeit, dem Schüler ein Feedback zu seinem Arbeits- und Lernverhalten zu geben.

Der Schulplaner stellt somit einen wichtigen Baustein in der pädagogischen Arbeit von Schülern-Eltern und Lehrern dar. Überzeugt zeigte sich von der Form des selbst gesteuerten Lernens Christian Tophoff, Filialleiter der Hauptstelle Greven der Kreissparkasse Steinfurt, die den Schulplaner der Gesamtschule Greven unterstützt. In einer besonders haltbaren und ansprechenden Form ist er als für die Kinder wichtigstes „Buch“ in ihrem Schultornister ständig vorhanden.

Unser Beratungstag - Ziele definieren

Jeweils zum Quartalsende findet an der Gesamtschule Greven der Lernberatungstag – anstelle des klassischen Elternsprechtags - statt. Wo sind die Unterschiede?

„Am Lernberatungstag besuchen die Eltern zusammen mit ihrem Kind die Klassenlehrerinnen und –lehrer, egal ob im 5. oder 9. Jahrgang. Und das Gespräch wird von allen Beteiligten vorbereitet: Die Schülerinnen und Schüler füllen zusammen mit ihren Eltern den Beratungsbogen aus, der in ihrem Schulplaner zu finden ist. Sie sollen sich Gedanken machen zu positiven, aber auch negativen Ereignissen in der Schule. Zudem soll sich das Kind in den einzelnen Fächern einschätzen“, weiß Ingo Koschinski, Lehrer im Klassenleitungsteam der 6e.

Die Klassenleitungen treffen sich im Vorfeld mit allen Fachlehrerinnen und -lehrern der Klassen in den sogenannten Pädagogischen Konferenzen. Hier werden die Noten weitergegeben und Stärken und Schwächen der einzelnen Schülerinnen und Schüler besprochen. „So haben die Klassenlehrerinnen und –lehrer einen guten Überblick über den Leistungsstand jedes einzelnen Kindes, das Aufsuchen der einzelnen Fachlehrer entfällt“, erklärt Esther Kolletzki, Abteilungsleiterin der Jahrgänge 5 bis 7, die den Lernberatungstag mit initiiert hat.

Die Beratung wird dann mit Hilfe des Beratungsprotokolls durchgeführt, der ebenfalls im Schulplaner zu finden ist. Im Vordergrund des Gesprächs liegt die Entwicklung des Kindes, hier werden besonders auch die Stärken herausgestellt und Ziele für die nächsten Schulwochen formuliert. Und es wird gemeinsam mit den Eltern und den Schülerinnen und Schüler beraten, wie diese Ziele zu erreichen sind. Liegen Schwierigkeiten im inhaltlich-fachlichen Bereich, so kann sich die Schülerin/ der Schüler auf vielfältige Weise Unterstützung holen, sei es bei der Fachlehrerin oder dem Fachlehrer, oder im Lernbüro bei seinen Mitschülerinnen und Mitschülern. Liegen die Probleme aber in einem anderen Bereich, so kann das Kind Unterstützung über die Beratungslehrerinnen und –lehrer und die Schulsozialarbeit erhalten.

„Ich finde den Beratungstag gut“, sagt Oliver aus der Jahrgangsstufe 9. „Man weiß dann, wo man steht, ob man sein Ziel erreicht hat oder sich mehr anstrengen muss und wie der angestrebte Abschluss erreicht werden kann.“ Und Christina ergänzt: „Ich persönlich halte den Tag für wichtig, weil dann auch die Eltern wissen, wie die Kinder stehen und was sie ändern können.“ Und vielleicht mit Blick auf die Oberstufe: „Die Lehrer kommen auf uns zu und beraten, wie wir unsere Abschlüsse schaffen können. Der Tag ist schon wichtig für mich.“

Der Lernberatungstag ist ein Baustein, um eine erfolgreiche Entwicklung des jungen Menschen zu unterstützen. „Denn Lernberatung stellt die Lernentwicklung und den Lernprozess jedes einzelnen Kindes in den Vordergrund“, so Koschinski. Dabei soll sie die Selbstverantwortung der Schülerinnen und –schüler stärken.

Erfolgreich mit Entenkunde - Sieger beim Landeswettbewerb "Bio-logisch"

Das Tempo von Enten im Laufen und Schwimmen messen, zuvor die Enten finden, Analyse von Videoaufnahmen zur Bestimmung der erreichten Stundenkilometerzahl, Umfragen zum Thema: Dürfen Enten gefüttert werden, grafische Auswertungen, Internetrecherche für den ‚Steckbrief Ente‘ – all dies sind Aspekte des diesjährigen naturwissenschaftlichen Wettbewerbs bio-logisch zu dem Thema ‚Alle meine Entchen…‘, der vom Ministeriums für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen ausgelobt wird. Er richtet sich einmal jährlich an Schüler, die über den Unterricht hinaus an biologischen Fragestellungen und Phänomenen interessiert sind. Es werden theoretische und experimentelle Aufgaben aus allen Bereichen der Biologie zu wechselnden Leitthemen gestellt.

In einer Feierstunde im Bochumer Zeiss-Planetarium mit Grußworten von Schulministerin Sylvia Löhrmann wurde in diesem Jahr erneut die Gesamtschule Greven dafür ausgezeichnet, dass sie junge Menschen im Besonderen zum naturwissenschaftlichen Forschen zu motivieren vermag. Zuzüglich zu dem Engagement Preis erhielten die Kurse der am Wettbewerb teilgenommenen NW Lehrer von Anika Kosbab, Sandra Blumenthal-Balsbering und Kai Finke einen Scheck in Höhe von 200 Euro. Ein Sonderpreis ist es deshalb, weil besonders viele Schüler der Gesamtschule eine Platzierung unter den besten 25% ihrer jeweiligen Jahrgangsstufen sechs, sieben und acht erreichten.

Aber nicht nur das: in diesem Jahr toppten gleich sechs Gesamtschüler das Ergebnis des Vorjahres, wurden sie doch von landesweit insgesamt zwölf Schülern eingeladen zu einem Regionaltag nach Münster. Geplant ist ein Tag im Allwetterzoo Münster– mit einem umfangreichen Blick hinter die Kulissen! Verdient haben sich Lotta Tönjann, Marlon Blondowski, Amelie Lütjen, Lennard Wilken, Amelie Schulz und Finn Wontroba die begehrte Exkursion durch besondere Leistungen in den Prüfungsaufgaben.

Allesamt gehören die nunmehr Siebtklässler zu dem Wahlpflichtkurs NW mit dem Schwerpunkt MINT rund um Sandra Blumenthal-Balsbering. „Das tolle Ergebnis konnte insbesondere durch das Engagement der Schüler und die methodische Unterstützung durch die Lehrer erreicht werden“, weiß Anika Kosbab, die die Fachschaft Naturwissenschaft leitet. „Ich hatte schon ein bisschen Angst, die Leute in der Stadt zu befragen, ob man Enten füttern darf“, sagt Amelie. „Die Ergebnisse haben wir später in einem Säulendiagramm ausgewertet.“ Und Lotta fährt fort: „Wir haben sehr viel über Enten erfahren, was man vorher nicht wusste. Cool war, dass wir selber aussuchen durften, was in den Steckbrief hineinkommt.“

10.000 Schritte im Sommerlager - ein Klacks

Win-Win – oder doch Win-Win-Win? „Man weiß ja gar nicht, wie viele Wins man da noch unterbringen soll“, sagt Frank Hänel von der Stadt Greven. Klar wird damit: Alle Beteiligten (und das waren viele) haben profitiert vom Sommerferienlager der Gesamtschule, das weit mehr war als ein gewöhnliches Ferienlager.

Das wurde nochmals deutlich, als am Donnerstagabend zurückgeblickt, bilanziert und – ja, auch schon für die Zukunft geplant wurde. Mit 20 Gästen hatte die Schule gerechnet, mehr als 60 versammelten sich schließlich in der Karderie – was wohl nicht (nur) an der in Aussicht gestellten Pizza gelegen hat, sondern vor allem daran, dass auch rund acht Wochen nach dem Projekt noch immer alle über die Maßen begeistert sind von dem, was Anfang September im Ferienpark Westheide stattfand.

Dort verbrachten Sechstklässler eine aktive Lagerwoche, angeleitet von Neuntklässlern, die damit ihre Jugendleiterausbildung abschlossen. Diesen wiederum standen Studierende der Uni Münster (Fachbereich Sport) und viele lokale (Sport-)Vereine zur Seite. Die Studierenden kümmerten sich unter anderem um eine professionelle Dokumentation (die druckfrische Broschüre wurde passgenau fertig) und die sogenannte Evaluation, also die Auswertung und Begutachtung.

Am Donnerstag wurden einige Ergebnisse vorgestellt. Das wichtigste: Es geht weiter, die Planungen für das nächste bewegte Lager im kommenden Jahr laufen bereits. „Das ist hier heute keine Abschlussveranstaltung, sondern ein Auftakt. Das ist ganz wichtig“, betonte Ingo Krimphoff, Leiter der Gesamtschule.

Während der Lagerwoche waren die Schüler mit Schrittzählern ausgestattet. 10 000 Schritte pro Tag waren das Ziel (entspricht etwa acht Kilometern). Diese Marke habe fast jedes Kind täglich erreicht, resümierte Uni-Dozent Andreas Klose. In der Regel lagen die Schüler sogar weit drüber. „Ein Wahnsinn“, sagt er zum Tagesschnitt von 16 000 Schritten und Extremwerten von 30 000 Schritten.

Uli Fischer vom beteiligten Kreissportbund nannte das Modellprojekt „eine Zäsur“, weil man erstmals Jugendarbeit, Sport und Schule verknüpfe. „Wir haben uns bisher damit schwergetan“, doch mit dem zukunftsweisenden Projekt trage man der gesellschaftlichen Veränderung Rechnung, dass außerhalb der Ganztagsschule die Zeit für Freizeitaktivitäten (und damit auch für Sport und Ehrenamt) zunehmend knapp werde. „Das Projekt hat gepasst. Die Sache ist rund“, sagt Fischer. Kooperationspartner in bislang nicht gekannter Zahl und Qualität hätten dazu beigetragen.

Für das kommende Jahr haben bereits 65 Acht- und Neuntklässler Interesse an einer Jugendleiterausbildung im Rahmen des Lagers 2017 bekundet. Platz gibt es (eigentlich) nur für rund 25. An der Uni hat sich das Projekt ebenfalls herumgesprochen. Und auch die Sechstklässler, die teilnehmen dürfen, mussten ausgelost werden – ein Luxusproblem.

Verzeihen statt Rächen - Mozarts "Entführung aus dem Serail"

In der vergangenen Woche wurde die Mensa der Gesamtschule Greven zwischenzeitlich umgestaltet zu einem Opernsaal mit Parkett und erstem Rang und es waren wundersame Gesänge zu vernehmen – Rezitative nämlich, oder aber ‚der Rap des 18. Jahrhunderts‘, wie es gleich zu Beginn der kindgerechten Inszenierung der Oper ‚Die Entführung aus dem Serail‘ zu hören war.

Ensemblemitglieder der "Kinderoper Papageno" aus Wien machten auf ihrer Tournee durch Deutschland erstmalig Halt an der Gesamtschule Greven. Die Sänger sind allesamt Absolventen des Konservatoriums und der Musikhochschule, die die traditionsreiche Wiener Opernkultur einem jungen Publikum zugänglich machen möchten. „Wir möchten die Hemmschwellen senken, die manchmal jungen Menschen den Kontakt zu Opernaufführungen erschweren“ sagt Gregor Braun von der Kinderoper Papageno. Nach Greven kamen sie für einen Workshop mit Schülern der Jahrgangsstufen 5 und 6.

Wenngleich der Workshop für alle anwesenden Kinder und Erwachsenen interaktiv angelegt war, so waren es doch sieben Sechstklässler, die sich mit den Profis, die gleich alle Requisiten mitgebracht hatten, auf die Bühne wagten. Jan-Malte Kröner, Vanessa Jost, Laura Hennig, Rebecca Tumbrink, Lucia Beisenherz, Larissa Becker und Anna Saschek bereiteten sich viele Wochen im Vorfeld auf ihren Auftritt als Pedrillo, Konstanze, Blonde, Sklave, Belmonte und Bassa Selim vor. Die Rolle des Osmin spielte Bass Gregor Braun, der die gute Vorbereitung der Kinder lobte.

„Wir hatten für die Vorbereitungen ein halbes Jahr Zeit“ berichtet Anna. „Schon Ende der fünften Klasse begannen wir mit den Proben.“ Und Rebecca ergänzt. „Theater spielen und Rollen einzustudieren macht mir viel Spaß. Und das Lampenfieber legt sich dann auch im Verlauf des Spiels.“

„Die Schüler spielten überzeugend und hochmotiviert“ freut sich Lehrerin und Initiatorin Kristin Engelhardt. Es war deutlich sichtbar, dass auch das Publikum ganz in den Bann der Vorstellung gezogen war. Die ‚Entführung aus dem Serail‘ war allen Schülern aus dem Musikunterricht bekannt und bot die einmalige Gelegenheit, Oper im kleinen Rahmen einmal live zu erleben. „Besonders der Schluss der Oper zeigt, dass die Aussage des Singspiels – Toleranz und Menschlichkeit zu leben und nicht Gleiches mit Gleichem zu vergelten – nicht etwa verstaubt, sondern auch heute aktueller denn je ist.“ sagt die junge Musiklehrerin.