Gesamtschule Greven

Sommerlager 2016

Herzlich Willkommen!

Herzlich willkommen auf der Homepage der Gesamtschule Greven!

Hier finden Sie Informationen rund um unsere Schule

Unser Pilotprojekt: Gesellschaftslehre bilingual im Jg. 7

Seit Langem schon ist bilingualer Unterricht an vielen Schulen - bisher in erster Linie an Gymnasien - eine feste Größe, wenn es um die fremdsprachliche Förderung von Kindern und Jugendlichen geht. Nun haben seit Beginn des Schuljahres 2016/17 auch Schülerinnen und Schüler der 7. Klassen der Gesamtschule Greven in einem Pilotprojekt die Gelegenheit, im Fach Gesellschaftslehre ein bilinguales Unterrichtsangebot anzuwählen.

Bilingualer Unterricht bedeutet, dass einzelne Fächer aus dem gesellschaftswissenschaftlichen oder naturwissenschaftlichen Bereich soweit wie möglich in einer Fremdsprache erteilt werden. An der Gesamtschule Greven ist dies Englisch, sodass die Schülerinnen und Schüler in den drei Teilbereichen der Gesellschaftslehre - Geschichte, Erdkunde und Politik - an englischsprachigen Materialien arbeiten und auf Englisch kommunizieren. Rückgriffe ins Deutsche sind dabei erlaubt, und manchmal auch sinnvoll, wenn es zum Beispiel darum geht, einen schwierigen Quellentext in die eigene Muttersprache zu übersetzen. Allerdings halten sie sich in engen Grenzen.

„Die Vertrautheit mit der Fremdsprache wächst enorm, wenn Schülerinnen und Schüler sie in neuen inhaltlichen Zusammenhängen anwenden und dabei ihr Vokabular erheblich erweitern", erklärt Dr. Peter Benken, der den Kurs leitet. „Gleichzeitig bietet sich die Möglichkeit, genauere Kenntnisse über die Kulturen der englischsprachigen Welt zu vermitteln, da diese in den Materialien der verschiedenen Verlage stärker berücksichtigt werden. Gerade diejenigen, die an der Gesamtschule Greven ihr Abitur machen wollen, werden hiervon sehr profitieren."

Natürlich stellt es Kinder im Alter von 12 bis 13 Jahren vor besondere Herausforderungen, die Inhalte der Gesellschaftswissenschaftlichen Fächer zu durchdringen, wenn sie in einer Fremdsprache dargebracht werden. „Hierauf muss man in der Gestaltung des Unterrichts besondere Rücksicht nehmen", so Benken, „zum Beispiel durch die Bereitstellung von Formulierungshilfen, oder indem man an visuellen Medien arbeitet. Bei der Bewertung stehen dann die inhaltlichen Leistungen der Kursteilnehmer im Vordergrund, grammatische oder andere sprachliche Fehler spielen da keine Rolle."

Thematisch ging es in den vergangenen Wochen zunächst um das Mittelalter. Dabei untersuchten die Schülerinnen und Schüler das Lehnswesen und die Grundherrschaft ebenso wie die prägende Rolle der christlichen Religion und die Ereignisgeschichte, zum Beispiel die Kreuzzüge. Nach Abschluss dieser Unterrichtsreihe ging es dann weiter mit einem erdkundlichen Thema, den unterschiedlichen Klimazonen der Erde und ihren unterschiedlichen Bedingungen für die Nutzung durch den Menschen.

„Bilingual ist cool“ sagt Jeremy und wird dabei von Timofey unterstützt: „Der Unterricht ist spannend, weil wir neue Begriffe lernen, und das ist anders als im Englisch Unterricht“. Jana weist auf das anspruchsvolle Niveau des Kurses hin und Amira sagt: „Ich merke schon, dass wir im regulären Englisch Unterricht durch unser erweitertes Vokabular im Vorteil sind.“ Ganz so auch Sophie: „Es ist mal etwas ganz anderes und ich kann meine Leistungen in Englisch durch den bilingualen Unterricht steigern.

"Die Schülerinnen und Schüler nehmen die Herausforderung sehr gut an“, resümiert der Historiker die ersten Monate des bilingualen Unterrichts. „Mir selbst macht es große Freude, die Schülerinnen und Schüler zu unterrichten.“

Angestimmt - unser erstes Adventskonzert

Samstag Nachmittag, 16 Uhr. Rund um die Mary’s war kein Parkplatz mehr zu bekommen. Und – in der Jugendkirche kein Sitzplatz. Ursache für diesen Zulauf war die Gesamtschule Greven, genauer gesagt die Fachschaft Musik der Schule. Sie hatte eingeladen zu einem ersten Adventskonzert in die Kirche am Schulzentrum. Unterstützt wurde sie durch den Förderverein, der am Eingang Glühwein, Kinderpunsch und Geschenke anbot.

„Mit so vielen Menschen hatten wir gar nicht gerechnet“, sagte Musiklehrer Uli Falk. „Es war ein erster Versuch, ein vorweihnachtliches Konzert zu etablieren. So, wie es heute gelaufen ist, wird es für diese Veranstaltung bestimmt eine Zukunft geben.“

Angetreten waren die Blasorchesterklassen 5b und 6b, sowie das Blasorchester der Gesamtschule, insgesamt dirigiert von Kristin Engelhardt und Uli Falk. Sie spielten Stücke wie ‚Jingle Bell‘, ‚Hard Rock Blues‘, ‚Morgen kommt der Weihnachtsmann‘, ‚Dragonfire‘, ‚Monsterrock‘, ‚Frosty the Snowman‘, ‚Happy‘, ‚Let it go‘ und mehr. Den Abschluss des Konzerts bildete der gemeinsame Auftritt der Klasse 6b und dem Schulorchester mit dem klassischen Bläserstück ‚Saxattack‘. „Es war ein wunderbarer Klang. Der Abschluss mit einem 40köpfigen Orchester war ein tolles Erlebnis – wenn der Klang sich in der Kirche entwickelt und sie füllt. So konnte die Musik ihre volle Wirkung entfalten.“ Das Publikum honorierte die Leistung mit anhaltendem Applaus.

Wirkung erzielte die Musik ebenso bei den Aktiven. So berichtete die Siebtklässlerin Lotta: „Es war sehr aufregend. Es waren sehr viele Leute da und man war in eine weihnachtliche Stimmung versetzt. Es hat mich sehr gefreut.“ Und ihre kleine Schwester aus der fünften Klasse fügte hinzu: „Es war toll. Ich war sehr aufgeregt, weil ich das erste Mal richtig vorspielen konnte.“

Aufgeregt waren auch die jungen Schauspieler im Mini-Musical ‚Der Weihnachtsgast‘, allesamt Schüler der 5e, hatten sie doch deutlich erkennbares Herzklopfen. So Mia: „Für mich war es aufregend und spannend, weil so viele Zuschauer da waren. Ich war auch etwas ängstlich – vielleicht vergesse ich ja den Text. Aber – ich bin ja nun seit vier Jahren bei der Freilichtbühne in Reckenfeld.“ Souverän zeigte sich auch Frida. „Das Konzert war sehr schön und das Blasorchester gefiel mir gut. Auch, dass wir mit unserem kleinen Theater mit dabei waren, finde ich gut“ und sprach damit auch wohl ihren Mitstreitern Lara, Laura und Tuana aus der Seele. Angesprochen auf das Lampenfieber sagt Frida: „Wenn man erst mal auf der Bühne steht, geht’s.“

Angetan zeigte sich die Musiklehrerin der Klasse, Claudia Sandhop, die mit den Kindern die Szenen und Lieder eingeübt hat, von der Leistung ihrer Schüler: „Es war nur eine kurze Zeit der Vorbereitung. Wir hatten glücklicherweise ausdrucksvolle Spieler, die selbstständig übten, und in dem Chor konnte sich jeder Schüler der Klasse einbringen. Bemerkenswert finde ich, dass manche Eltern gleich mehrere Kinder mitgenommen haben und auch so die Kinder zur Mary’s kommen konnten, die sonst nicht hätten gebracht werden können.“ Ein Fazit zog die Mutter von Saskia: „Das Konzert war wirklich schön. Damit hatte ich so gar nicht gerechnet. Es war eine Wonne, den Kindern zuzuschauen.“

Dank sprach Ingo Krimphoff, Schulleiter der Gesamtschule, in seiner Begrüßung den Schülerinnen und Schülern und den Musiklehrern für ihr Engagement aus. Er freute sich, dass die junge Schule im Aufbau schon im gerade mal angefangenen fünften Jahr ein eigenes Konzert mit der gezeigten Qualität auf die Füße stellen konnte. „Und Ihnen, liebe Eltern, danke ich, dass Sie so zahlreich erschienen sind und Sorge getragen haben, den Kindern hier ihren Auftritt zu ermöglichen.“

Die Entscheidung, das Konzert in der Kirche stattfinden zu lassen, war sicherlich eine Gute. „Hier klingen die einzelnen Stimmen des Blasorchesters sehr voll“, sagte Ulrich Falk und Kristin Engelhardt resümiert: „Unser heutiges Konzert zum dritten Advent war vielleicht der Anfang einer Tradition.“

Nina ist unsere beste Vorleserin

Nun ist es bekannt: Die diesjährige Gewinnerin in der Schulausscheidung des Vorlesewettbewerbs an der Gesamtschule Greven heißt Nina Welter und ist Schülerin der 6a. Sie ist die Beste von rund 150 Schülern ihres Jahrganges. In der vergangenen Woche traten die fünf Klassensieger an, um sich anhand klarer Bewertungskriterien zu messen.

So sind beispielsweise die Lesetechnik, die Interpretation und die Textauswahl von Bedeutung. Entscheidend für die Bewertung ist, inwieweit es dem Kind gelingt, sein Publikum zu erreichen und für das vorgestellte Buch zu interessieren. In diesen ‚Disziplinen‘ brillierte Nina mit ihrem Buch ‚Verflimst noch mal‘ von Tina Zang. „Es ist ein lustiges Buch und es hat mir Spaß gemacht, es zu lesen“, sagt die Schulsiegerin. „Und eben dieser Funken der Freude kam im Publikum an“, so Petra Jenau, Jurymitglied und Vorsitzende der Fachschaft Deutsch. Ausgestattet mit einem Büchergutschein vom Förderverein der Gesamtschule, der auch alle weiteren Leser rückwirkend mit einer Nikolaustüte bedachte, geht es nun für Nina weiter zum Kreisentscheid. Er findet in diesem Jahr wieder in der Stadtbibliothek Greven statt. Begleitet wird Nina von Amira Arabi, der Gewinnerin des Vorjahres.

Aber nicht nur in Greven, sondern bundesweit gehen Sechstklässler in dem renommierten Wettbewerb des Deutschen Buchhandels an den Start. Er steht unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten und zählt zu den größten bundesweiten Wettbewerben. Rund 600 000 Sechstklässler aus 7200 Schulen aller Schulformen beteiligen sich jedes Jahr. Veranstaltet wird er seit 1959 alljährlich vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels in Zusammenarbeit mit Buchhandlungen, Bibliotheken, Schulen und kulturellen Einrichtungen.

„Wir nehmen nunmehr im vierten Jahr an dem Bundeswettbewerb teil“, weiß Esther Kolletzki, Abteilungsleiterin der Klassen 5 bis 7. „Er ist ein fester, struktureller Bestandteil unserer Schule und die Leseförderung ist uns sehr wichtig. Die Lesekompetenz ist die Basiskompetenz für alle Bereiche des Lebens“, führt die Deutschlehrerin weiter aus. Ausreichende Lesekompetenz ist verständlicherweise Voraussetzung für erfolgreiche Bewerbungen und eine zentrale Bedingung der Ausbildungsfähigkeit. Für die Teilhabe am demokratischen Prozess ist sie unerlässlich.

Unsere "Auszeit" - 1. Preis beim Wettbewerb "genogenial"

Die Auszeichnung kam als tolles - wenn auch verfrühtes - Weihnachtsgeschenk: Zusammen mit 40 anderen Schülergenossenschaften nahm unsere Schülergenossenschaft "Auszeit" an dem Wettbewerb im Rahmen der GENO Genial Messe in Düsseldorf teil. Unsere SchülerInnen erreichten zusammen mit vier anderen Schülergenossenschaften eine Erstplatzierung. Der Gewinn ist ein mehrtägiger Schulungs- und Freizeitausflug.

Tatsächlich ist unsere Schülergenossenschaft, die sich um gesunde Schulverpflegung in der 10-Uhr- und der Mittagspause kümmert, seit ihrer Gründung vor neun Monaten eine Erfolgsstory: 60 Brötchen gehen täglich weg wie die sprichwörtlichen warmen Semmeln. Daneben zählen auch die Joghurts zählen zu den Kassenschlagern. Trotz eines recht hohen Preises, der der Bio-Qualität geschuldet ist. „Die gehen total gut weg, weil sie einfach anders und besser schmecken“, sagt Pia Witthinrich. Man habe die Joghurts eigens im Bio-Laden um die Ecke probeverkostet und sich dann trotz des Preises bewusst für dieses Produkt entschieden. Denn die Schülergenossenschaft „Auszeit“ will nicht irgendwelche Pausensnacks verkaufen, sondern möglichst gesunde, idealerweise regionale Produkte aus Bio-Produktion.

Um für den Ansturm in den beiden Pausen gerüstet zu sein, greifen die Gesamtschüler nicht nur auf die Mithilfe von „Küchenfee Olga“ zurück, sie müssen auch selbst pünktlich „zur Arbeit“ erscheinen. „Wir können fünf Minuten vor der Pause aus dem Unterricht“, berichtet Svenja.

Einfach mehr einkaufen, um mehr Umsatz zu machen? Gar nicht so leicht. „Wir wollen ja auch nicht auf den Sachen sitzenbleiben“, sagt Lehrer Jörg Klose, der die im März gegründete Genossenschaft zusammen mit seinem Kollegen Philipp Klumpe begleitet. Wöchentlich steht eine AG-Stunde zur Verfügung. Darüber hinaus investieren die Schüler viele weitere Stunden (auch in der Freizeit), denn die Verantwortung für den „Laden“ liegt komplett in ihren Händen: Buchhaltung, Marketing, Einkauf, Dienstpläne – alles soll und muss geregelt werden wie in einem echten Unternehmen. Wertvolle Praxiserfahrungen sind der (einzige) Lohn, den es dafür gibt. Für jeden Bereich gibt es Arbeitsgruppen, Vorstandsvorsitzende ist die Neuntklässlerin Luisa Ney, die von allen liebevoll „Chefin genannt“ wird.

„Wir machen pro Woche ungefähr 400 Euro Umsatz. Das Geld muss dann zur Bank gebracht werden. Und dann müssen natürlich die Belege und Kontoauszüge geprüft werden“, gibt Lars Gäbler einen Einblick in den Bereich, den er bearbeitet: die Buchhaltung, bei der ein PC-Programm wichtige Hilfe leistet. Andere Mitschüler haben just einen neuen Werbe-Flyer erarbeitet, Sponsoren angesprochen, Verträge mit Lieferanten geschlossen . . .

Bei aller Nähe zur „echten“ Betriebswirtschaft: Bei der Gewinnmarge können die Schüler keine marktüblichen Aufschläge berechnen. Pro Brötchen machen sie gerade mal 10 bis 15 Cent Gewinn. Was der Grund dafür ist, dass sie eben nicht ohne Ende frische Lebensmittel vorhalten können. Alles was zu viel produziert wird, schmälert den Gewinn.

21 Schüler aus fast allen neunten Klassen machen mit. Und die tragen sich mit Expansionsplänen: „Wir haben schon mit dem Architekten gesprochen“, verrät Luisa Ney. Wenn die derzeitige Mensa (nach Fertigstellung des Neubaus) frei ist, wollen sie den Platz dort nutzen für ein Schülercafé, das sich vor allem an Oberstufenschüler richtet. „Mit freiem WLAN“, blickt Luca Eppendorf voraus. Da ist es dann doch wieder wie in der echten Wirtschaft: Man muss sich an den Bedürfnissen des Marktes ausrichten.

Das taaldorp Nederlands - Kooperation mit der Uni Münster

Kuchen, Getränke, mehrere Tische, eine Menükarte, Kellner, die sich um das Wohlergehen der Gäste kümmern und eine Gruppe Mädchen, die einen Kakao wünschen: „Voor mij een chocomel alstublieft.“ Man könnte meinen, man sei in einem Café in den Niederlanden.

Doch - weit gefehlt. Die beschriebene Situation findet nicht in einem Café, sondern an einer Station aus dem taaldorp, dem sogenannten Sprachdorf statt. „Es ist in den Niederlanden ein sehr bekanntes didaktisches Lernszenario für den Fremdsprachenunterricht, in dem Schüler ihre fremdsprachlichen Gesprächskompetenzen mit versierten Sprechern, hier Lehramtsstudierenden des Niederländischen, trainieren und überprüfen können“, so Fleur Winter, Dozentin am Institut für Niederländische Philologie (INP) der Westfälischen-Wilhelms-Universität Münster.

Die Gesprächssituationen ergeben sich aus der Anlage des Lernarrangements als – in diesem Fall - einem niederländischen Dorf, welches an der Schule unter Zuhilfenahme landestypischer Requisiten simuliert wurde. Die Studierenden ‚arbeiteten‘ im Dorf als z.B. Ansprechpartner der Touristen Information, Ober im Café oder Verkäufer. Die Schüler hingegen besuchten als ‚Touristen‘ das Dorf und begaben sich dort in verschiedene Gesprächssituationen, die sie auf niederländisch bewältigen mussten.

Konkret richtete sich das Sprachdorf an die WP Kurse Niederländisch der Jahrgangsstufen 6, 7 und 8. Jeder Schüler bekam einen paspoort, also einen Pass mit persönlichen Aufgaben. An den Stationen führten die Lernenden einzeln Gespräche mit den ‚Niederländern‘. Zu Beginn des Gespräches ist es je nach Zutrauen möglich, auf unterschiedlichen Niveaustufen zu agieren. Am Ende des Gespräches gibt es den paspoort mit einem Feedback zurück. „Im Vordergrund steht hierbei der Mut zum Sprechen. Fehler sind nur dann problematisch, wenn das Gespräch dadurch scheitert“, so Winter. Schüler, die über die im paspoort stehenden Aufgaben hinaus angegebenen Aufgaben hinaus noch bei anderen Stationen Halt machen, werden zudem mit einer Urkunde ausgezeichnet.

„Uns haben die Stunden gut gefallen“, sagen Anna, Ahlam und Marie. „Das Dorf war sehr interessant und wir konnten richtig viel niederländisch sprechen. Wenn wir nicht weiter wussten, haben die netten Studenten uns unterstützt“, sind die drei Mädchen einer Meinung und sie würden sich freuen, wenn sie das Sprachdorf auch im nächsten Jahr wieder besuchen könnten.

„Insgesamt ist aus dem Pilotprojekt an der Gesamtschule Greven für uns alle eine win win Situation geworden“, beurteilt Fleur Winter die Premiere des Lernszenarios. „Die Schüler konnten ihre bereits erworbenen Niederländischkenntnisse praktisch erproben und ihr eigenes Können erleben. Die Studierenden konnten theoretisch erarbeitet fremdsprachendidaktische Modelle in der schulischen Praxis anwenden. Darüber hinaus besteht für die Westfälische-Wilhelms-Universität Münster und die Gesamtschule Greven die Möglichkeit, das Projekt als sich jährlich wiederholendes Element in beiden Ausbildungsgängen zu etablieren.“

Lernbüro und Schulplaner - ertragreiches Lernen

Montags, erste Stunde in einer 5. Klasse an der Gesamtschule Greven: 30 Kinder arbeiten ruhig und konzentriert im Lernbüro. Ab und zu steht ein Kind auf, überprüft seine Lösung selbstständig und nimmt sich ein weiteres leistungsdifferenziertes Aufgabenblatt. Den Lehrer, der kurz neben einem Kind Platz genommen hat, um den Start in die Arbeit zu erleichtern, nimmt der Besucher kaum wahr. Die Arbeitsatmosphäre ist ruhig und entspannt, Orientierung bieten Schilder, die den Wechsel der Arbeitsphasen anzeigen.

Nach einer Phase der Selbstorganisation zu Beginn folgt eine konzentrierte Phase der Stillarbeit, in der sich die Kinder mit ihrem jeweiligen Material beschäftigen. In der anschließenden Flüsterphase dürfen sich Kinder zusammenschließen, die an einem Thema arbeiten oder sich Hilfe beim Nachbarn oder dem Lehrer holen. Den Abschluss der Lernbürostunde bildet wieder eine Organisationsphase, in der die Kinder ihren Arbeitsfortschritt in den Schulplaner eintragen. Die klare, selbststeuernde Struktur hebt Simon aus der Jahrgangsstufe 7 hervor und seine Schwester aus der fünften Klasse sagt: „Ich finde das Lernbüro toll, weil man das lernen kann, was man noch nicht so gut kann. Gut sind die Selbsttests in Mathe – sie helfen.“

„Als die Gesamtschule Greven sich vor gut drei Jahren dazu entschloss, den fest im Stundenplan verankerten Stunden für Übungsphasen diese neue Struktur zu geben, waren drei Gedanken ausschlaggebend“, weiß Esther Kolletzki, Abteilungsleiterin für die Klassen 5-7 zu berichten:

  • Wie können wir den früheren Arbeitsstunden mehr Struktur und Verbindlichkeit geben?
  • Wie werden wir den unterschiedlichen Begabungen unserer Kinder gerecht?
  • Wie erhalten Eltern einen guten Einblick in diese Arbeitsform? Denn Hausaufgaben im engeren Sinne werden an Gesamtschulen ja in der Schule erledigt ...

Das engagierte Kollegium machte sich ans Werk und brach die Themen der Fächer eines Jahrgangs auf sogenannte Bausteine herunter. Hier finden die Schülerinnen und Schüler speziell aufbereitetes Übungs- und Vertiefungsmaterial zu den Fächern Deutsch, Englisch und Mathematik, welches sie sich überwiegend selbstständig erarbeiten sollen. Besonders wichtig ist die letzte Phase, in der jedes Kind in den Schulplaner einträgt, was es in einer Lernbürostunde gemacht hat. Hier haben auch Fach- und Klassenlehrer die Möglichkeit, dem Schüler ein Feedback zu seinem Arbeits- und Lernverhalten zu geben.

Der Schulplaner stellt somit einen wichtigen Baustein in der pädagogischen Arbeit von Schülern-Eltern und Lehrern dar. Überzeugt zeigte sich von der Form des selbst gesteuerten Lernens Christian Tophoff, Filialleiter der Hauptstelle Greven der Kreissparkasse Steinfurt, die den Schulplaner der Gesamtschule Greven unterstützt. In einer besonders haltbaren und ansprechenden Form ist er als für die Kinder wichtigstes „Buch“ in ihrem Schultornister ständig vorhanden.

Unser Beratungstag - Ziele definieren

Jeweils zum Quartalsende findet an der Gesamtschule Greven der Lernberatungstag – anstelle des klassischen Elternsprechtags - statt. Wo sind die Unterschiede?

„Am Lernberatungstag besuchen die Eltern zusammen mit ihrem Kind die Klassenlehrerinnen und –lehrer, egal ob im 5. oder 9. Jahrgang. Und das Gespräch wird von allen Beteiligten vorbereitet: Die Schülerinnen und Schüler füllen zusammen mit ihren Eltern den Beratungsbogen aus, der in ihrem Schulplaner zu finden ist. Sie sollen sich Gedanken machen zu positiven, aber auch negativen Ereignissen in der Schule. Zudem soll sich das Kind in den einzelnen Fächern einschätzen“, weiß Ingo Koschinski, Lehrer im Klassenleitungsteam der 6e.

Die Klassenleitungen treffen sich im Vorfeld mit allen Fachlehrerinnen und -lehrern der Klassen in den sogenannten Pädagogischen Konferenzen. Hier werden die Noten weitergegeben und Stärken und Schwächen der einzelnen Schülerinnen und Schüler besprochen. „So haben die Klassenlehrerinnen und –lehrer einen guten Überblick über den Leistungsstand jedes einzelnen Kindes, das Aufsuchen der einzelnen Fachlehrer entfällt“, erklärt Esther Kolletzki, Abteilungsleiterin der Jahrgänge 5 bis 7, die den Lernberatungstag mit initiiert hat.

Die Beratung wird dann mit Hilfe des Beratungsprotokolls durchgeführt, der ebenfalls im Schulplaner zu finden ist. Im Vordergrund des Gesprächs liegt die Entwicklung des Kindes, hier werden besonders auch die Stärken herausgestellt und Ziele für die nächsten Schulwochen formuliert. Und es wird gemeinsam mit den Eltern und den Schülerinnen und Schüler beraten, wie diese Ziele zu erreichen sind. Liegen Schwierigkeiten im inhaltlich-fachlichen Bereich, so kann sich die Schülerin/ der Schüler auf vielfältige Weise Unterstützung holen, sei es bei der Fachlehrerin oder dem Fachlehrer, oder im Lernbüro bei seinen Mitschülerinnen und Mitschülern. Liegen die Probleme aber in einem anderen Bereich, so kann das Kind Unterstützung über die Beratungslehrerinnen und –lehrer und die Schulsozialarbeit erhalten.

„Ich finde den Beratungstag gut“, sagt Oliver aus der Jahrgangsstufe 9. „Man weiß dann, wo man steht, ob man sein Ziel erreicht hat oder sich mehr anstrengen muss und wie der angestrebte Abschluss erreicht werden kann.“ Und Christina ergänzt: „Ich persönlich halte den Tag für wichtig, weil dann auch die Eltern wissen, wie die Kinder stehen und was sie ändern können.“ Und vielleicht mit Blick auf die Oberstufe: „Die Lehrer kommen auf uns zu und beraten, wie wir unsere Abschlüsse schaffen können. Der Tag ist schon wichtig für mich.“

Der Lernberatungstag ist ein Baustein, um eine erfolgreiche Entwicklung des jungen Menschen zu unterstützen. „Denn Lernberatung stellt die Lernentwicklung und den Lernprozess jedes einzelnen Kindes in den Vordergrund“, so Koschinski. Dabei soll sie die Selbstverantwortung der Schülerinnen und –schüler stärken.