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Gesamtschule Greven

Katzen in Emsdetten - ein Erlebnisbericht

19.06.2016

von Michelle Dahlhoff, 7a

Am Dienstag, dem 28.06.2016, fuhren wir (ein Großteil der 7a sowie einige Schülerinnen und Schüler aus der 7d) zum Musical „Cats“ nach Emsdetten. Frau Engelhardt, Frau Plagemann und Frau Wessels begleiteten uns.

Wir trafen uns um 18:20 Uhr am Grevener Bahnhof und stiegen dann alle in den Zug ein, der uns nach Emsdetten fuhr. Als wir in Emsdetten ankamen, gingen wir zu Strothmanns Fabrik, wo das Musical „Cats“ von den Schülerinnen und Schülern des Gymnasiums Martinum gespielt wurde.

Am Eingang begegneten wir schon zwei Schülerinnen, die sehr auffällige Kostüme trugen und toll geschminkt waren. Sie begrüßten uns und danach suchten wir uns alle einen Sitzplatz.

Das Musical begann natürlich mit Musik, die von einem Orchester live gespielt wurde und sofort gute Laune machte, sodass man Lust darauf bekam, die anderen Stücke zu hören. Die Handlung des Musical ist trotz vieler lustiger und rhythmischer Passagen, in denen sich die verschiedenen Katzen vorstellen, sehr traurig: Die alte Katze Grizabella war früher ein Katzenstar, der aber mittlerweile auf die Straße gesetzt wurde und die Abneigung aller anderen Katzen zu spüren bekommt. Deshalb versucht sie beim alljährlichen „Jellicle Ball“ das eine Katzenleben zu gewinnen, das ihr einen Neuanfang ermöglichen soll und sie wieder jung werden lässt. Die Stücke wurden nur von Schülerinnen und Schülern gespielt, was wir klasse fanden. Auch das Bühnenbild war hervorragend. Die aufwändigen Dekorationen stellten genau die Orte da, an denen sich die Katzen gerade aufhielten. Was aber für noch mehr Begeisterung sorgte, war, dass die Sängerinnen und Sänger die zum Teil schwierigen Lieder sehr gut singen konnten und sich dabei auch noch so toll in ihren Kostümen bewegten.

Insgesamt war es ein tolles Erlebnis, das uns allen sicherlich in guter Erinnerung bleiben wird.

Konsequent und wertschätzend

16.06.2016

Die Kunst der Grenzziehung

„Kinder und Jugendliche brauchen Grenzen, Regeln und Rituale. Sie vermitteln Halt und Geborgenheit und geben ein Gefühl der Sicherheit und Orientierung.“ So das Statement in der Vorankündigung zu einem Vortragsabend mit dem Diplom Psychologen Thomas Grüner aus Freiburg, zu dem die Gesamtschule Greven und der Förderverein eingeladen hatten. Themen waren, wie man Kindern und Jugendlichen wertschätzend Grenzen setzt und Werte vermittelt, wie man sie motiviert, sich sozial zu verhalten und welche Erziehungshaltungen dazu notwendig sind - mithin Fragestellungen, die nicht nur Eltern und Lehrer veranlassten, die Mediothek der Gesamtschule aufzusuchen, sondern darüber hinaus weitere pädagogische Fachkräfte Grevens.

Thomas Grüner gelang es mit viel Witz, gängige Erziehungspraktiken zu analysieren und den Zuhörern humorvoll verpackt vor Augen zu führen, wir gern wir uns doch "Sparmodellen" der durchaus anstrengenden Arbeit der Grenzziehung zuwenden, wiederzufinden in Formulierungen wie etwa „ich bin doch tolerant“ oder „das wächst sich raus“.

Doch nicht nur die erforderliche Anstrengungsbereitschaft macht uns in dem Unterfangen Grenzziehung, die Kinder zu Recht einfordern, zu schaffen. Thomas Grüner zeigte gleich mehrere ‚Gelegenheiten‘ auf, in unterschiedliche Fallen zu tappen.

Erziehungsfalle Nummer eins ist sicherlich die Belohnungsfalle: Folgt das Kind der Anweisung, beispielsweise seine Spielsachen in die dafür zur Verfügung stehenden Kiste zu räumen, ist eine Belohnung naheliegend. Doch, so sagt der Referent, nicht die Belohnung ist entscheidend, sondern die Vorfreude motiviert. Die Erwartung einer Anerkennung schüttet einen körpereigenen Neurotransmitter aus, der einen „Ablenkungsverhinderungsmechanismus“ freisetzt und Kinder mit Freude und Anstrengungsbereitschaft auf das Ziel hinarbeiten lassen. „Trainieren Sie die Geduld, nicht die Habgier!“

Er fordert, positives Verhalten anzuerkennen. „Wenn Kinder bei positivem Verhalten keine Aufmerksamkeit bekommen, bleibt ihnen nichts anderes übrig, als mit auffälligem Verhalten auf sich aufmerksam zu machen, denn Zuwendung ist genauso überlebenswichtig wie Essen und Trinken.“ Umgekehrt, darf sich negatives Verhalten nicht lohnen: Die klassische Situation ist der Supermarkt: Bekommt das Kind keine Schokolade, schreit es. Die Eltern geben entnervt nach. Das Kind merkt sich: Aggressives Verhalten lohnt sich.

Geht es um die Konsequenzen, so appelliert der Psychologe, ist stets das Verhalten des Schutzbefohlenen ins Zentrum des Handelns zu stellen. In der geforderten menschlich wertschätzenden Haltung soll dabei keinesfalls das Kind mit seinen Gedanken, Bedürfnissen und Gefühlen abgelehnt werden. Äußerungen wie"Du Trottel" bewirken massiv, dass sich das Kind verschließt.

Ertappt fühlte sich der ein oder andere Zuhörer vielleicht bei der Verständnisfalle: Nach einem Eigentor kommt der Zögling sauer nach Hause und schleudert seine Sportschuhe auf den guten Teppich im Wohnzimmer, anstatt sie ins Regal zu stellen. Wird aus Mitgefühl nicht konsequent die Einhaltung der Regel eingefordert, so kann man aus Sicht des Kindes ja mal schauen, ob und wo weitere Ausnahmen möglich sind. -

Thomas Grüner, Leiter des Instituts für Konflikt – Kultur in Freiburg, gab an diesem Abend in einer klaren Positionierung unterhaltsam den Zuhörern Anregungen mit auf den Weg, die nachhaltig Anlass waren für vielschichtige Gespräche.

Forscherpreis in Weiterbildung umgesetzt

18.04.2016

Lange hatten die jungen Naturwissenschaftler der Jahrgangsstufen 7 und 8 der Gesamtschule Greven gemeinsam mit ihrer Lehrerin Anika Timmer überlegt, wie sie den finanziellen Anteil ihres Sonderpreises, den sie bei dem Landeswettbewerb ‚bio-logisch‘ im Sommer diesen Jahres erhielten, sinnvoll nutzen können. Das Ergebnis war nun eine speziell für die rund 50 Schüler abgestimmte Besichtigung des Flughafens Münster Osnabrück mit Frau Ute Bahn und Herrn Günter Gemsa. Mit dabei war der Technik Kurs von Carsten Liebschwager, der sie begleiten durfte.

„Nicht zuletzt unsere Unterrichtsreihe mit dem Thema ‚Luft und Fliegen‘ gab den Ausschlag, den Flughafen zu besuchen“, berichtet die junge NW Lehrerin Anika Timmer. Hatten die Schüler im Unterricht verschiedene Experimente durchgeführt zum Vogel- und Flugzeugflug und dabei auch Modelle erstellt, um Möglichkeiten der Richtungsausrichtung durch Steuerklappen zu erkennen oder aber die Bedeutung des Auftriebes zu erfassen, so konnten sie auf dem Flughafen Bekanntschaft machen mit echten Flugzeugen und mit Herrn Folker Flasse, einem ehemaligen Heeresflieger, Fluglehrer und Fluglehrer-Ausbilder. Zu seiner aktiven Zeit flog er verschiedene Flugzeugtypen und auch Hubschrauber. Im Zusammenhang mit seinem Aufenthalt in Pakistan und einhergehender humanitärer Hilfe erhielt er 2012 das Bundesverdienstkreuz.

Anschaulich waren die technischen Grundlagen des Fliegens. Die spezielle Formen der Tragflächen sorgen dafür, dass sich Luftteilchen unterschiedlich an den Tragflächen bewegen. Die Luftteilchen sind an der Oberseite schneller als an der Unterseite, sodass ein Sog entsteht. Er führt dazu, dass das Flugzeug bei einer bestimmten Geschwindigkeit abhebt.

Interessant waren für die Schüler die Bilder aus dem Cockpit. Volker Flasse erklärte einige der Instrumente, die oftmals aus Sicherheitsgründen zweifach vorkommen und in jedem Flugzeug gleich angeordnet sind.

„An unserem Flughafenbesuch hat mir der Vortrag sehr gut gefallen. Herr Flasse erzählte von seinen Flugerfahrungen und davon, wie ein Flugzeug funktioniert,“ sagt Etienne. Dem pflichten Steven und Alexander bei. Während Alexander die Ausführungen aus der aktiven Zeit des Piloten hervorhebt, weist Steven darauf hin, „dass wir vieles sehen konnten, dass man normalerweise so nah sonst nicht so zu Gesicht bekommt, beispielsweise die Privatjets.“

„Nicht nur zum Thema ‚Fliegen‘ lässt sich der Flughafen gut als außerschulischer Lernort nutzen. Auch bei weiteren naturwissenschaftlichen Unterrichtsreihen bietet sich eine Exkursion zum FMO an. Ich denke dabei an das Thema „Hund“. So wäre es interessant, die Zollhunde als ein Beispiel für ‚Hunde mit Beruf‘ in Aktion zu sehen,“ so die NW Lehrerin.

Geschichte hautnah im Grevener Stadtarchiv

18.03.2016

Wie veränderte die Industrielle Revolution das Leben der Menschen im Münsterland? Unter dieser Leitfrage erforschen Schülerinnen und Schüler der Gesamtschule Greven zur Zeit die Geschichte der Firma Biederlack & Temming sowie der Grevener Baumwollspinnerei seit den 1880er Jahren.

Im Rahmen von thematischen Führungen durch das Stadtarchiv Greven boten dessen Leiter, Dr. Stefan Schröder, und seine Kollegin Angelika Haves den Schülern aller fünf achten Klassen ein eindrucksvolles Bild der vielfältigen Quellen zur Geschichte ihrer heimischen Textilindustrie. So konnten die Jugendlichen Baupläne der ersten Arbeiterwohnungen ebenso unter die Lupe nehmen wie zeitgenössische Arbeitsordnungen, Fotos aus dem Inneren der Fabriken, oder Zeitungsberichte, in denen unter anderem von Spannungen berichtet wird, wie sie entstanden, als Arbeiter sich gewerkschaftlich organisierten.

"Das Stadtarchiv Greven ist die zentrale Stelle für Forschungen zur Grevener Geschichte und steht allen Interessierten offen, unsere ältesten Archivalien reichen bis ins 16. Jahrhundert zurück." erklärt Dr. Schröder. „Für Schulklassen gehört die Arbeit zu historischen Themen wie Industrialisierung, Erster Weltkrieg oder Nationalsozialismus zum archivpädagogischen Programm. Gerne beraten wir daher die Schüler der Gesamtschule bei ihren Projekten." Und Herr Dr. Peter Benken, Fachvorsitzender des Fachbereiches Gesellschaftslehre fügt hinzu: "Geschichte wird für Jugendliche auf neue Weise fassbar, wenn sie, um nur ein Beispiel zu nennen, das Original einer alten Handschrift entziffern und dabei selbst entdecken, wie hart ihre eigenen Altersgenossen vor 100 Jahren in den Fabriken arbeiten mussten. Daher sind außerschulische Lernorte wie das Stadtarchiv für unseren Unterricht so wichtig – und ich freue mich sehr, dass wir hier eine neue Projektpartnerschaft beginnen können."

Da das Projekt noch nicht in allen Klassen abgeschlossen ist, heißt es jetzt Daumen drücken, dass das Begonnene gut weiterläuft - und natürlich den ein oder anderen Schüler-O-Ton vom ersten Ausflug in die historische Forschung einzufangen. So fanden Noah und Stefanie den Besuch im Stadtarchiv sehr informativ und Stefani begründet: „Es war spannend zu sehen, wie sehr sich Greven verändert hat.“ Nele weist auf die Aufgaben hin, die die Schüler bearbeitet haben: „Wir haben Teile der Geschichte der Grevener Baumwollfabrik mit den älteren Schriften herausgefunden,“ und Philipp ergänzt: „Wir hatten die Aufgabe bekommen, in historischen Zeitungen alte Buchstaben zu entschlüsseln. Es war zwar nicht leicht, wir haben es aber trotzdem geschafft, einiges zu lesen!“

Lernen mit Adele und mit der Uni Münster

17.03.2016

In der vergangenen Woche standen für die Schüler des Jahrgangs sieben zwei ganz besondere Stunden auf dem Stundenplan, waren sie doch eingeladen, mit drei Musikern der musikpädagogischen Fakultät der Westfälischen Wilhelmsuniversität Münster an einem speziell für sie eingerichteten Bandworkshop teilzunehmen. Die Idee hierzu hatte der Musiklehrer Kai Finke, der für die jeweils fünf Klassen ein Arrangement schrieb, das mit ‚Classroom Instruments‘ den Song ‚Hello‘ zum Thema hatte.

„Der Song ist der aktuelle Popsong der Sängerin Adele und ist international in kurzer Zeit sehr bekannt geworden. Das Arrangement basiert auf einer Live-Version aus einer US-Fernsehshow“, weiß der junge Lehrer zu berichten. „Diese Interpretation des Stückes wird mit vielen Percussioninstrumenten gespielt und gibt somit den Lernenden eine klare, rhythmische Orientierung.“

Aufgeteilt in vier Gruppen (Keyboard, Percussion, Bass und Gesang) konnten die Siebtklässler angeleitet durch die jeweiligen Experten und mit Unterstützung sogenannter Tutorials, also Videoclips, die unterschiedliche Schwierigkeitsgrade aufwiesen, ihren musikalischen Part schnell und mit sichtbarem Eifer erlernen. Zum Ende der Stunde wurden die vier Gruppen zu einer ‚Klassenband‘ zusammengeführt und das Ergebnis mit Hilfe eines Pocketrekorders aufgezeichnet.

„Die Stunden haben Spaß gemacht“ sagt Malin, „da es ja auch etwas für unsere ganze Klasse war.“ Einig sind sich Carina und Maiya. „Der Bandworkshop war cool. Wir konnten uns frei nach unseren Interessen und Neigungen den Gruppen zuordnen“, und Anna ergänzt: „Die Musiker waren sehr nett. Die Arbeit mit den Laptops war gut. So konnten alle, egal wie weit wir gerade waren, etwas dazulernen.“ Und hinsichtlich des Ergebnisses befragt äußern alle vier gemeinsam, dass „anfangs der Gesang etwas leise war, bei der zweiten Aufnahme hat aber alles gepasst.“

‚Teamwork wird in einer Band stets groß geschrieben‘ erläutern die jungen Pädagogen der Musikfakultät. Denn, erst im gemeinsamen Spiel wird aus vielen Teilen ein großes Ganzes. Man kann sich behaupten, Position beziehen und auch mal unterordnen. Im Zusammenspiel kann der gemeinsame Erfolg geteilt und die Niederlage von allen getragen werden – ganz bestimmt wertvolle Erfahrungen für die jungen Menschen auf ihrem weiteren Lebensweg.