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Gesamtschule Greven

Nina ist unsere beste Vorleserin

16.12.2016

Nun ist es bekannt: Die diesjährige Gewinnerin in der Schulausscheidung des Vorlesewettbewerbs an der Gesamtschule Greven heißt Nina Welter und ist Schülerin der 6a. Sie ist die Beste von rund 150 Schülern ihres Jahrganges. In der vergangenen Woche traten die fünf Klassensieger an, um sich anhand klarer Bewertungskriterien zu messen.

So sind beispielsweise die Lesetechnik, die Interpretation und die Textauswahl von Bedeutung. Entscheidend für die Bewertung ist, inwieweit es dem Kind gelingt, sein Publikum zu erreichen und für das vorgestellte Buch zu interessieren. In diesen ‚Disziplinen‘ brillierte Nina mit ihrem Buch ‚Verflimst noch mal‘ von Tina Zang. „Es ist ein lustiges Buch und es hat mir Spaß gemacht, es zu lesen“, sagt die Schulsiegerin. „Und eben dieser Funken der Freude kam im Publikum an“, so Petra Jenau, Jurymitglied und Vorsitzende der Fachschaft Deutsch. Ausgestattet mit einem Büchergutschein vom Förderverein der Gesamtschule, der auch alle weiteren Leser rückwirkend mit einer Nikolaustüte bedachte, geht es nun für Nina weiter zum Kreisentscheid. Er findet in diesem Jahr wieder in der Stadtbibliothek Greven statt. Begleitet wird Nina von Amira Arabi, der Gewinnerin des Vorjahres.

Aber nicht nur in Greven, sondern bundesweit gehen Sechstklässler in dem renommierten Wettbewerb des Deutschen Buchhandels an den Start. Er steht unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten und zählt zu den größten bundesweiten Wettbewerben. Rund 600 000 Sechstklässler aus 7200 Schulen aller Schulformen beteiligen sich jedes Jahr. Veranstaltet wird er seit 1959 alljährlich vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels in Zusammenarbeit mit Buchhandlungen, Bibliotheken, Schulen und kulturellen Einrichtungen.

„Wir nehmen nunmehr im vierten Jahr an dem Bundeswettbewerb teil“, weiß Esther Kolletzki, Abteilungsleiterin der Klassen 5 bis 7. „Er ist ein fester, struktureller Bestandteil unserer Schule und die Leseförderung ist uns sehr wichtig. Die Lesekompetenz ist die Basiskompetenz für alle Bereiche des Lebens“, führt die Deutschlehrerin weiter aus. Ausreichende Lesekompetenz ist verständlicherweise Voraussetzung für erfolgreiche Bewerbungen und eine zentrale Bedingung der Ausbildungsfähigkeit. Für die Teilhabe am demokratischen Prozess ist sie unerlässlich.

Unsere "Auszeit" - 1. Preis bei "genogenial"

14.12.2016

Die Auszeichnung kam als tolles - wenn auch verfrühtes - Weihnachtsgeschenk: Zusammen mit 40 anderen Schülergenossenschaften nahm unsere Schülergenossenschaft "Auszeit" an dem Wettbewerb im Rahmen der GENO Genial Messe in Düsseldorf teil. Unsere SchülerInnen erreichten zusammen mit vier anderen Schülergenossenschaften eine Erstplatzierung. Der Gewinn ist ein mehrtägiger Schulungs- und Freizeitausflug.

Tatsächlich ist unsere Schülergenossenschaft, die sich um gesunde Schulverpflegung in der 10-Uhr- und der Mittagspause kümmert, seit ihrer Gründung vor neun Monaten eine Erfolgsstory: 60 Brötchen gehen täglich weg wie die sprichwörtlichen warmen Semmeln. Daneben zählen auch die Joghurts zählen zu den Kassenschlagern. Trotz eines recht hohen Preises, der der Bio-Qualität geschuldet ist. „Die gehen total gut weg, weil sie einfach anders und besser schmecken“, sagt Pia Witthinrich. Man habe die Joghurts eigens im Bio-Laden um die Ecke probeverkostet und sich dann trotz des Preises bewusst für dieses Produkt entschieden. Denn die Schülergenossenschaft „Auszeit“ will nicht irgendwelche Pausensnacks verkaufen, sondern möglichst gesunde, idealerweise regionale Produkte aus Bio-Produktion.

Um für den Ansturm in den beiden Pausen gerüstet zu sein, greifen die Gesamtschüler nicht nur auf die Mithilfe von „Küchenfee Olga“ zurück, sie müssen auch selbst pünktlich „zur Arbeit“ erscheinen. „Wir können fünf Minuten vor der Pause aus dem Unterricht“, berichtet Svenja.

Einfach mehr einkaufen, um mehr Umsatz zu machen? Gar nicht so leicht. „Wir wollen ja auch nicht auf den Sachen sitzenbleiben“, sagt Lehrer Jörg Klose, der die im März gegründete Genossenschaft zusammen mit seinem Kollegen Philipp Klumpe begleitet. Wöchentlich steht eine AG-Stunde zur Verfügung. Darüber hinaus investieren die Schüler viele weitere Stunden (auch in der Freizeit), denn die Verantwortung für den „Laden“ liegt komplett in ihren Händen: Buchhaltung, Marketing, Einkauf, Dienstpläne – alles soll und muss geregelt werden wie in einem echten Unternehmen. Wertvolle Praxiserfahrungen sind der (einzige) Lohn, den es dafür gibt. Für jeden Bereich gibt es Arbeitsgruppen, Vorstandsvorsitzende ist die Neuntklässlerin Luisa Ney, die von allen liebevoll „Chefin genannt“ wird.

„Wir machen pro Woche ungefähr 400 Euro Umsatz. Das Geld muss dann zur Bank gebracht werden. Und dann müssen natürlich die Belege und Kontoauszüge geprüft werden“, gibt Lars Gäbler einen Einblick in den Bereich, den er bearbeitet: die Buchhaltung, bei der ein PC-Programm wichtige Hilfe leistet. Andere Mitschüler haben just einen neuen Werbe-Flyer erarbeitet, Sponsoren angesprochen, Verträge mit Lieferanten geschlossen . . .

Bei aller Nähe zur „echten“ Betriebswirtschaft: Bei der Gewinnmarge können die Schüler keine marktüblichen Aufschläge berechnen. Pro Brötchen machen sie gerade mal 10 bis 15 Cent Gewinn. Was der Grund dafür ist, dass sie eben nicht ohne Ende frische Lebensmittel vorhalten können. Alles was zu viel produziert wird, schmälert den Gewinn.

21 Schüler aus fast allen neunten Klassen machen mit. Und die tragen sich mit Expansionsplänen: „Wir haben schon mit dem Architekten gesprochen“, verrät Luisa Ney. Wenn die derzeitige Mensa (nach Fertigstellung des Neubaus) frei ist, wollen sie den Platz dort nutzen für ein Schülercafé, das sich vor allem an Oberstufenschüler richtet. „Mit freiem WLAN“, blickt Luca Eppendorf voraus. Da ist es dann doch wieder wie in der echten Wirtschaft: Man muss sich an den Bedürfnissen des Marktes ausrichten.

Das taaldorp Nederlands

30.11.2016

Kooperation mit der Universität Münster

Kuchen, Getränke, mehrere Tische, eine Menükarte, Kellner, die sich um das Wohlergehen der Gäste kümmern und eine Gruppe Mädchen, die einen Kakao wünschen: „Voor mij een chocomel alstublieft.“ Man könnte meinen, man sei in einem Café in den Niederlanden.

Doch - weit gefehlt. Die beschriebene Situation findet nicht in einem Café, sondern an einer Station aus dem taaldorp, dem sogenannten Sprachdorf statt. „Es ist in den Niederlanden ein sehr bekanntes didaktisches Lernszenario für den Fremdsprachenunterricht, in dem Schüler ihre fremdsprachlichen Gesprächskompetenzen mit versierten Sprechern, hier Lehramtsstudierenden des Niederländischen, trainieren und überprüfen können“, so Fleur Winter, Dozentin am Institut für Niederländische Philologie (INP) der Westfälischen-Wilhelms-Universität Münster.

Die Gesprächssituationen ergeben sich aus der Anlage des Lernarrangements als – in diesem Fall - einem niederländischen Dorf, welches an der Schule unter Zuhilfenahme landestypischer Requisiten simuliert wurde. Die Studierenden ‚arbeiteten‘ im Dorf als z.B. Ansprechpartner der Touristen Information, Ober im Café oder Verkäufer. Die Schüler hingegen besuchten als ‚Touristen‘ das Dorf und begaben sich dort in verschiedene Gesprächssituationen, die sie auf niederländisch bewältigen mussten.

Konkret richtete sich das Sprachdorf an die WP Kurse Niederländisch der Jahrgangsstufen 6, 7 und 8. Jeder Schüler bekam einen paspoort, also einen Pass mit persönlichen Aufgaben. An den Stationen führten die Lernenden einzeln Gespräche mit den ‚Niederländern‘. Zu Beginn des Gespräches ist es je nach Zutrauen möglich, auf unterschiedlichen Niveaustufen zu agieren. Am Ende des Gespräches gibt es den paspoort mit einem Feedback zurück. „Im Vordergrund steht hierbei der Mut zum Sprechen. Fehler sind nur dann problematisch, wenn das Gespräch dadurch scheitert“, so Winter. Schüler, die über die im paspoort stehenden Aufgaben hinaus angegebenen Aufgaben hinaus noch bei anderen Stationen Halt machen, werden zudem mit einer Urkunde ausgezeichnet.

„Uns haben die Stunden gut gefallen“, sagen Anna, Ahlam und Marie. „Das Dorf war sehr interessant und wir konnten richtig viel niederländisch sprechen. Wenn wir nicht weiter wussten, haben die netten Studenten uns unterstützt“, sind die drei Mädchen einer Meinung und sie würden sich freuen, wenn sie das Sprachdorf auch im nächsten Jahr wieder besuchen könnten.

„Insgesamt ist aus dem Pilotprojekt an der Gesamtschule Greven für uns alle eine win win Situation geworden“, beurteilt Fleur Winter die Premiere des Lernszenarios. „Die Schüler konnten ihre bereits erworbenen Niederländischkenntnisse praktisch erproben und ihr eigenes Können erleben. Die Studierenden konnten theoretisch erarbeitet fremdsprachendidaktische Modelle in der schulischen Praxis anwenden. Darüber hinaus besteht für die Westfälische-Wilhelms-Universität Münster und die Gesamtschule Greven die Möglichkeit, das Projekt als sich jährlich wiederholendes Element in beiden Ausbildungsgängen zu etablieren.“

Lernbüro und Schulplaner - ertragreiches Lernen

28.11.2016

Montags, erste Stunde in einer 5. Klasse an der Gesamtschule Greven: 30 Kinder arbeiten ruhig und konzentriert im Lernbüro. Ab und zu steht ein Kind auf, überprüft seine Lösung selbstständig und nimmt sich ein weiteres leistungsdifferenziertes Aufgabenblatt. Den Lehrer, der kurz neben einem Kind Platz genommen hat, um den Start in die Arbeit zu erleichtern, nimmt der Besucher kaum wahr. Die Arbeitsatmosphäre ist ruhig und entspannt, Orientierung bieten Schilder, die den Wechsel der Arbeitsphasen anzeigen.

Nach einer Phase der Selbstorganisation zu Beginn folgt eine konzentrierte Phase der Stillarbeit, in der sich die Kinder mit ihrem jeweiligen Material beschäftigen. In der anschließenden Flüsterphase dürfen sich Kinder zusammenschließen, die an einem Thema arbeiten oder sich Hilfe beim Nachbarn oder dem Lehrer holen. Den Abschluss der Lernbürostunde bildet wieder eine Organisationsphase, in der die Kinder ihren Arbeitsfortschritt in den Schulplaner eintragen. Die klare, selbststeuernde Struktur hebt Simon aus der Jahrgangsstufe 7 hervor und seine Schwester aus der fünften Klasse sagt: „Ich finde das Lernbüro toll, weil man das lernen kann, was man noch nicht so gut kann. Gut sind die Selbsttests in Mathe – sie helfen.“

„Als die Gesamtschule Greven sich vor gut drei Jahren dazu entschloss, den fest im Stundenplan verankerten Stunden für Übungsphasen diese neue Struktur zu geben, waren drei Gedanken ausschlaggebend“, weiß Esther Kolletzki, Abteilungsleiterin für die Klassen 5-7 zu berichten:

  • Wie können wir den früheren Arbeitsstunden mehr Struktur und Verbindlichkeit geben?
  • Wie werden wir den unterschiedlichen Begabungen unserer Kinder gerecht?
  • Wie erhalten Eltern einen guten Einblick in diese Arbeitsform? Denn Hausaufgaben im engeren Sinne werden an Gesamtschulen ja in der Schule erledigt ...

Das engagierte Kollegium machte sich ans Werk und brach die Themen der Fächer eines Jahrgangs auf sogenannte Bausteine herunter. Hier finden die Schülerinnen und Schüler speziell aufbereitetes Übungs- und Vertiefungsmaterial zu den Fächern Deutsch, Englisch und Mathematik, welches sie sich überwiegend selbstständig erarbeiten sollen. Besonders wichtig ist die letzte Phase, in der jedes Kind in den Schulplaner einträgt, was es in einer Lernbürostunde gemacht hat. Hier haben auch Fach- und Klassenlehrer die Möglichkeit, dem Schüler ein Feedback zu seinem Arbeits- und Lernverhalten zu geben.

Der Schulplaner stellt somit einen wichtigen Baustein in der pädagogischen Arbeit von Schülern-Eltern und Lehrern dar. Überzeugt zeigte sich von der Form des selbst gesteuerten Lernens Christian Tophoff, Filialleiter der Hauptstelle Greven der Kreissparkasse Steinfurt, die den Schulplaner der Gesamtschule Greven unterstützt. In einer besonders haltbaren und ansprechenden Form ist er als für die Kinder wichtigstes „Buch“ in ihrem Schultornister ständig vorhanden.

Unser Beratungstag - Ziele definieren

23.11.2016

Jeweils zum Quartalsende findet an der Gesamtschule Greven der Lernberatungstag – anstelle des klassischen Elternsprechtags - statt. Wo sind die Unterschiede?

„Am Lernberatungstag besuchen die Eltern zusammen mit ihrem Kind die Klassenlehrerinnen und –lehrer, egal ob im 5. oder 9. Jahrgang. Und das Gespräch wird von allen Beteiligten vorbereitet: Die Schülerinnen und Schüler füllen zusammen mit ihren Eltern den Beratungsbogen aus, der in ihrem Schulplaner zu finden ist. Sie sollen sich Gedanken machen zu positiven, aber auch negativen Ereignissen in der Schule. Zudem soll sich das Kind in den einzelnen Fächern einschätzen“, weiß Ingo Koschinski, Lehrer im Klassenleitungsteam der 6e.

Die Klassenleitungen treffen sich im Vorfeld mit allen Fachlehrerinnen und -lehrern der Klassen in den sogenannten Pädagogischen Konferenzen. Hier werden die Noten weitergegeben und Stärken und Schwächen der einzelnen Schülerinnen und Schüler besprochen. „So haben die Klassenlehrerinnen und –lehrer einen guten Überblick über den Leistungsstand jedes einzelnen Kindes, das Aufsuchen der einzelnen Fachlehrer entfällt“, erklärt Esther Kolletzki, Abteilungsleiterin der Jahrgänge 5 bis 7, die den Lernberatungstag mit initiiert hat.

Die Beratung wird dann mit Hilfe des Beratungsprotokolls durchgeführt, der ebenfalls im Schulplaner zu finden ist. Im Vordergrund des Gesprächs liegt die Entwicklung des Kindes, hier werden besonders auch die Stärken herausgestellt und Ziele für die nächsten Schulwochen formuliert. Und es wird gemeinsam mit den Eltern und den Schülerinnen und Schüler beraten, wie diese Ziele zu erreichen sind. Liegen Schwierigkeiten im inhaltlich-fachlichen Bereich, so kann sich die Schülerin/ der Schüler auf vielfältige Weise Unterstützung holen, sei es bei der Fachlehrerin oder dem Fachlehrer, oder im Lernbüro bei seinen Mitschülerinnen und Mitschülern. Liegen die Probleme aber in einem anderen Bereich, so kann das Kind Unterstützung über die Beratungslehrerinnen und –lehrer und die Schulsozialarbeit erhalten.

„Ich finde den Beratungstag gut“, sagt Oliver aus der Jahrgangsstufe 9. „Man weiß dann, wo man steht, ob man sein Ziel erreicht hat oder sich mehr anstrengen muss und wie der angestrebte Abschluss erreicht werden kann.“ Und Christina ergänzt: „Ich persönlich halte den Tag für wichtig, weil dann auch die Eltern wissen, wie die Kinder stehen und was sie ändern können.“ Und vielleicht mit Blick auf die Oberstufe: „Die Lehrer kommen auf uns zu und beraten, wie wir unsere Abschlüsse schaffen können. Der Tag ist schon wichtig für mich.“

Der Lernberatungstag ist ein Baustein, um eine erfolgreiche Entwicklung des jungen Menschen zu unterstützen. „Denn Lernberatung stellt die Lernentwicklung und den Lernprozess jedes einzelnen Kindes in den Vordergrund“, so Koschinski. Dabei soll sie die Selbstverantwortung der Schülerinnen und –schüler stärken.