Abend der Wissenschaft: Zukunft bauen, Europa erleben und Musicalluft schnuppern

Alle Plätze waren besetzt, als Herr Krimphoff die Gäste zum „Abend der Wissenschaft“ in der Schülerfirma „Auszeit eSG“ begrüßte. Sichtlich erfreut darüber, die Ergebnisse „frisch aus der Werkstatt“ präsentiert zu bekommen, wünschte er allen einen interessanten und inspirierenden Abend.

Im Mittelpunkt der alljährlichen Veranstaltung stehen dabei die Dokumentationen der Prozesse und Produkte der Projektkurse der Qualifikationsphase 1 der gymnasialen Oberstufe.

Den Auftakt gestalteten gestalten jedoch diesmal die Klassen 10a, 10c und 10e: Im Kunstunterricht von Frau Kerstin Hochhaus entstanden unter dem Thema „Architektur der Zukunft“ vielfältige Wohnmodelle. Aus Finnpappe präzise gebaut, zeigten die Architekturmodelle visionäre Lösungen vom Mikrohaus bis zur grünen Dachlandschaft. Jedes Modell war mit einer Beschreibung versehen, die nicht nur Idee und Material erläuterte, sondern auch den geplanten Standort im städtischen oder ländlichen Umfeld verortete. Für die Besucherinnen und Besucher in der Schulküche wurde daraus eine kompakte Vernissage von rund 20 Minuten – dicht, anschaulich und diskussionsanregend.

Anschließend gab der MuKu-Projektkurs, bestehend aus Schüler:innen der Kunst- und Musik-Grundkursen der Q1, Einblicke in seine bisherige Arbeit. Der Kurs ist angegliedert an das Musical-Ensemble und wird von der Kunstlehrerin Kerstin Hochhaus geleitet. Die Schüler:innen berichteten von intensiven Probenwochenenden, wöchentlichen Proben und einem starken Teamgeist: Viele helfende Hände sorgen dafür, dass Textlernen, Organisation und künstlerische Umsetzung reibungslos ineinandergreifen. Eine eigene Gruppe verantwortet Bühnenbild und Requisiten – mit Blick auf schnelle Umbauten, begrenzte Zeitfenster und multifunktionale Elemente. So entstanden unter anderem mobile Schreibtische; ein Kernteam plant, koordiniert und bekommt tatkräftige Unterstützung aus dem Ensemble. Einen kleinen, aber feinen Vorgeschmack auf die Aufführungen bot Nina Süß: In ihrer Rolle als Joshs Mutter berührte sie mit einem gefühlvollen Solo über den 13. Geburtstag ihres Sohnes – ein bewegender Moment, der Lust auf mehr macht.

Der Euregio-Projektkurs unter Leitung der Niederländischlehrerin Fleur Winter widmete sich der Leitfrage: „Was bedeutet es, in einer Grenzregion zu leben?“ Fünf Projektgruppen entwickelten dazu Erklärvideos, führten Interviews und Umfragen zum Motto „Mittendrin statt nur dabei“ durch. Überordnetes Ziel der Projektarbeit ist das Sichtbarmachen, was das Leben in der Euregio-Grenzregion als Teil der Europäischen Union für die Schüler:innen bedeutet. Der Projektkurs ist an die Fächer Niederländisch und Sozialwissenschaften gekoppelt. Unterstützt wurden die Schüler:innen mit den außerschulischen Partnern EUREGIO und dem Zentrum für Niederlande-Studien.

Eine Gruppe recherchierte deutsch-niederländische Unternehmenskooperationen und analysierte Chancen sowie Herausforderungen der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit. Besonders praxisnah waren zwei Spieleentwicklungen: Eine Schülerin konzipierte ein deutsch-niederländisches Stadtspiel, das Menschen zusammenbringt und Münster spielerisch erschließt – bereits erfolgreich mit gemischten Gruppen getestet. Unter dem Motto „Europa im Kleinen“ entwarf eine weitere Gruppe ein analoges Brettspiel für Kinder. Weil ihnen etwas „Greifbares“ wichtig war, entschieden sie sich bewusst gegen eine App; passende Spielfiguren entstehen demnächst im schuleigenen 3D-Druck. Beide Spiele sollen auch im Schüleraustauschprogramm der Schule eingesetzt werden.

Zum Abschluss der Präsentationen machte die Schule auf einen wichtigen Termin aufmerksam: Ab dem 1. Juni 2026 können Tickets für die Musicalaufführungen am 21. und 22. Juni in der Mensa der Gesamtschule reserviert werden. Der Abend zeigte eindrucksvoll, wie Kreativität, Forschung und Teamarbeit zusammenwirken – Architektur, Musik und Europa wuchsen zu einem inspirierenden Gesamtbild zusammen.

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