Zusammenarbeit auf Augenhöhe - Ausbildung neuer Jugendleiter/innen im Jugendbildungscamp

Zum Abschluss ihrer Jugendleiterausbildung arbeiteten insgesamt 20 Oberstufenschüler der der Nelson-Mandela-Gesamtschule am Jugendbildungscamp im Ferienpark Westheide mit und übernahmen dabei ein großes Stück Verantwortung.

Besonders in diesem Jahr war, dass neun der frisch gebackenen Jugendleiter vor fünf Jahren selbst als 6. Klässler an dem Jugendbildungscamp teilnahmen. „Damals sind wir als Klasse richtig zusammengewachsen“, erinnert sich Charlotte und an die fröhliche, ausgelassene Stimmung in der Lagerfamilie konnten sich auch alle noch gut erinnern.

Jetzt als junge Erwachsene erlebten sie dieses Projekt aus einer anderen Perspektive.

Positiv erlebt haben sie besonders das intensive Zusammenarbeiten mit Lehrern, Studierenden und Experten auf Augenhöhe, sei es bei den allabendlichen Besprechungen im Zirkuszelt oder bei den vielen Entscheidungen, die tagsüber schnell getroffen werden mussten. Auch bei der fröhlichen Abschlussparty bei lauter Musik, beim gemeinsamen Spülen oder dem Schnibbeln von Bergen von Gemüsen oder Obst in der Feldküche...

Diese gute Laune und positive Stimmung habe auf die auf die Kinder abgefärbt, waren sich alle einige und auch über den ein oder anderen Heimwehanflug hinweggeholfen.

 Aber, was macht man eigentlich, wenn zwei beste Freundinnen sich plötzlich lauthals streiten, sich Kinder nicht an die abgesprochenen Regeln halten oder jemand abends im Zelt vor Heimweh nicht einschlafen kann? Um auf solchen Situationen vorbereitet zu sein und dann entsprechend pädagogisch richtig reagieren zu können, erhielten die Jugendlichen im Vorfeld Schulungen zum Thema Konfliktbewältigungsstrategien und gewaltfreie Kommunikation. Um ohne Vorbereitung vor Gruppen frei und selbstbewusst sprechen zu können und sich Gehör zu verschaffen, standen auch rhetorische Übungen auf dem Lagerstundenplan. Das wird den Oberstufenschülern sicher zukünftig auch bei Referaten oder Beiträgen im Unterricht  zugute kommen.

 

Im Vorfeld gehörten ein 1. Hilfekurs, eine Einheit zu Organisation und Sicherheit in Sportstunden und ein Online-Seminar zur Lagerorganisation und Vorbereitung der Workshops zur Ausbildung.

Besonders spannend war auch der Workshop von Ernährungsexpertin Ute Jentschura aus Münster im Zeltlager. Durch ihre fachkundige Expertise konnten alle Teamer sich über gesunde Ernährung informieren. „Auch wenn ich mich vorher schon mit dem Thema beschäftigt habe, war ich von einigem ganz schön überrascht“, erinnert sich Rebekka. Sie will in Zukunft direkt beim Einkauf auf die Inhaltsstoffe achten und sich zuhause auch wie im Lager kennen- und liebengelernt eine „Müslibar“ einrichten mit Leinsamen, Haferflocken, Nüsse und Amaranth in einzelnen Behältern. Auch dass Olivenöl richtig gut für den Körper ist, war für Viele doch etwas Neues.

Außerdem wurden Nährwerttabellen geprüft und ganz alltägliche Produkte auf ihre Inhaltstoffe untersucht. Gerade beim Thema Zucker war das Staunen groß – lediglich 25 Gramm industriell verarbeiteten Zucker sollte man täglich zu sich nehmen. Es kam auch die Praxis nicht zu kurz. Bei einer Übung sollten zunächst gesunde von ungesunden Produkten unterschieden werden. Als nächstes kümmerten sich insgesamt fünf Gruppen um je ein Gericht. Dazu gehörten ein Smoothie, verschiedene Salate, ein Datteldip, selbstgemachte Bratlinge sowie ein gesundes Risotto und gegrillte Auberginen. Außerdem lernten sie, wie der Körper, auf das, was man isst, reagiert und welche Folgen entstehen können.

„Am liebsten würden wir nächstes Jahr wieder mitfahren!“, berichtet Anna begeistert am Ende einer ereignisreichen Woche und ihre Mitschüler nicken alle zustimmend, auch wenn die Augen ein bisschen kleiner sind, als am Beginn des Camps. Trotz der erkennbaren Müdigkeit wirken alle Jugendlichen energiegeladen und sprühend vor Begeisterung.

„Wir haben hier richtig 10 Tage gearbeitet, von 7.00 Uhr morgens bis mindestens 22.00 Uhr abends“, resümiert Jan-Malte, deshalb komme der Schlafmangel nach fast 10 Tagen langsam durch. Zu mindestens mit dem frühen Aufstehen werden die 11. Klässler nächste Woche dann keine Probleme haben, wenn es wieder in den Schulalltag geht.

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