Berufe zum Anfassen: JobSpot bringt die Arbeitswelt direkt in die Schule
Wie sieht der Arbeitsalltag in einem Krankenhaus aus? Welche Aufgaben übernimmt eine Stadtverwaltung? Welche beruflichen Möglichkeiten bieten Industrie, Handwerk, Wohnungswirtschaft oder die Kinder- und Jugendarbeit? Antworten auf diese Fragen erhielten die Jugendlichen des 9. Jahrgangs nicht aus Büchern oder Broschüren, sondern direkt von Menschen, die in diesen Bereichen arbeiten.
Der JobSpot bildete den Höhepunkt einer abwechslungsreichen Projektwoche zur Berufsorientierung an der Nelson-Mandela-Gesamtschule Greven. Unter dem Motto „Berufe spotten“ kamen regionale Unternehmen und Einrichtungen direkt in die Schule und verwandelten Klassen- und Fachräume für einen Vormittag in kleine Einblicke in die Arbeitswelt.
In drei aufeinanderfolgenden Workshops konnten die Schülerinnen und Schüler unterschiedliche Berufsfelder entdecken, praktische Aufgaben bearbeiten und ihre Fragen unmittelbar an die Fachleute richten. Die kleinen Gruppen ermöglichten einen persönlichen Austausch und boten den Jugendlichen die Gelegenheit, auch Berufe kennenzulernen, die sie bislang vielleicht noch gar nicht in Betracht gezogen hatten.
Am JobSpot beteiligten sich das Maria-Josef-Hospital, die Stadt Greven, das Team von Friseur Annelie Holländer, die egeplast international GmbH, die Hillebrandt GmbH, die Kinder- und Jugendarbeit Reckenfeld sowie Sahle Wohnen. Die beteiligten Unternehmen und Einrichtungen gestalteten praxisnahe Angebote und stellten nicht nur verschiedene Ausbildungsberufe, sondern auch die Menschen und Tätigkeiten dahinter vor.
Dabei zeigte sich schnell: Berufsorientierung kann spannend, überraschend und vor allem sehr konkret sein. Die Jugendlichen erhielten Einblicke in ganz unterschiedliche Arbeitsbereiche, konnten erste Kontakte knüpfen und erfuhren aus erster Hand, welche Fähigkeiten im Berufsleben gefragt sind. Ergänzt wurde das Angebot durch digitale Workshops und Videostunden zu weiteren Berufsfeldern und zur Organisation der Praktikumssuche.
Der JobSpot war jedoch nur ein Baustein einer ganzen Woche rund um die Frage: „Was kommt nach der Schule?“ Zu Beginn blickten die Schülerinnen und Schüler auf ihre bisherigen Erfahrungen aus der Potenzialanalyse und den Berufsfelderkundungen zurück. Sie setzten sich mit ihren Stärken, Interessen und Zukunftsvorstellungen auseinander – ohne sich bereits auf einen bestimmten Beruf festlegen zu müssen.
Auch die Vorbereitung auf das bevorstehende Praktikum spielte eine wichtige Rolle. Die Jugendlichen beschäftigten sich mit Bewerbungsunterlagen, Lebensläufen und der Kontaktaufnahme zu Betrieben. In Rollenspielen übten sie, wie ein Telefonat mit einem Unternehmen ablaufen kann und wie sie sich dort sicher und angemessen vorstellen.
Digitale Angebote eröffneten zusätzliche Wege der Orientierung. Mit Check-U, dem Erkundungstool der Agentur für Arbeit, konnten die Schülerinnen und Schüler herausfinden, welche Ausbildungs- oder Studienfelder zu ihren persönlichen Stärken und Interessen passen könnten. Beim Digi-BIZ lernten sie außerdem verschiedene Möglichkeiten kennen, sich selbstständig über Berufe, Ausbildungsplätze, Studiengänge und Bildungswege zu informieren.
Ein weiterer Programmpunkt führte den gesamten Jahrgang zur DASA Arbeitswelt Ausstellung nach Dortmund. Dort begegneten die Jugendlichen den Themen Arbeit, Technik und Sicherheit auf anschauliche und interaktive Weise. Den Abschluss der Projektwoche bildeten Betriebsbesichtigungen, bei denen sie Unternehmen und Arbeitsplätze vor Ort kennenlernen und die Eindrücke der Woche weiter vertiefen konnten.
Die Projektwoche zeigte eindrucksvoll, dass Berufsorientierung weit mehr ist als die Suche nach einem Ausbildungsplatz. Sie beginnt mit Neugier, lebt von Begegnungen und hilft Jugendlichen dabei, ihre eigenen Möglichkeiten zu entdecken. Der JobSpot brachte all das an einem Vormittag zusammen – und vielleicht entstand dabei bereits die eine oder andere neue Idee für den persönlichen Weg nach der Schule.