Bewegung - Ernährung - Entspannung: Jugendbildungscamp der Nelson-Mandela-Gesamtschule

 Ein Bild wie gemalt: Sonne, blauer Himmel, Wattewolken am Himmel, Pferde auf der Weide, Kajaks am Ufer des glitzernden Sees, Zelte und Campingwagen auf dem weitläufigen Gelände des Vier-Sterne-Ferienparks Westheide und eine ruhige, entspannte Stimmung, wohin man schaut...Moment mal…findet hier nicht das Jugendbildungscamp für zwei 6. Klassen der Nelson-Mandela-Gesamtschule mit insgesamt fast 120 Teilnehmern statt?

 

Statt Hektik und lärmende Kinderstimmen zeigt sich beim Ankommen ein ganz anderes Bild: am Mittag des ersten Tages des Camps erholen sich alle gerade nach dem gesunden Mittagslunch aus Joghurt, Müsli, Nüssen und frischen Früchten im geräumigen Aufenthaltszelt. Am ersten Vormittag fanden schließlich bereits die ersten Workshops statt, wie z.B. Akrobatik im Zirkuszelt, Reiten, Kajak in kleinen Gruppen. Nach der ersten, eher kurzen Nacht in den in einem großen Rondell aufgebauten Zelten tut die Mittagspause besonders gut.

Mit alle sind nicht nur die 58 Kinder und ihre vier Klassenlehrerinnen gemeint, sondern auch die 20 Oberstufenschüler der Nelson-Mandela-Gesamtschule, die hier im Rahmen ihrer Jugendleiterausbildung praktische Erfahrungen sammeln, indem sie u.a. Gruppen und Spiele anleiten. Manche von ihnen waren vor fünf Jahren sogar selbst als Schüler schon dabei und kennen die medienfreie und zuckerarme Woche schon aus eigenem Erleben.

Gemeinsam mit 17 Lehramtsstudierenden des Faches Sport der WWU Münster, begleitet von ihrem Dozent Andreas Klose, waren sie bereits fünf Tage vor den Klassen auf dem Zeltplatz, um die Woche vorzubereiten. Nicht nur um Freizeitgestaltung gehe es hier, inhaltlich stehe das Konzept auf drei Säulen: Bewegung, Ernährung und Entspannung, so Klose. Schon auf den blauen und roten Teamershirts ist zu lesen: Wir bewegen Jugend, Jugend bewegt sich. Und das ist nicht nur ein Slogan. Zirkusakrobatik, Kanu fahren, „Fit werden“ und verschiedene Ballsportarten werden über den Tag verteilt immer wieder angeboten. Der für die Woche geliehene Schrittzähler, den jedes Kind am Arm trägt, veranschaulicht jedem die Menge der täglichen Bewegung. Der abendliche Zeltvergleich motiviert jeden Tag aus Neue, denn es gibt für das Gewinnerzelt auch einen Preis.

„Wir wollen hier keine Verbote aussprechen, was Essen angeht, sondern Angebote machen“, und greift sich ein „Sandwich“ aus zwei Walnusshälften und einer Dattel, einem gesunden Süßigkeitenersatz, der auch den Kindern jederzeit zur Verfügung steht. 600 € wurden z.B. im Vorfeld allein in 30 Kilo Walnüsse, Mandeln, Cashewkerne und Datteln investiert, als gesunde Pausensnacks.

Im Essenszelt hängen Plakate eines Ernährungskompasses, der den Kindern und Jugendlichen veranschaulicht, welche sinnvolle Verteilung von Lebensmittel dem Körper guttuen. „Wir alle haben einen wunderschönen Körper für ein schönes langes Leben und hier lernen die Kinder, welche Bedeutung Ernährung und Bewegung für jeden einzelnen von uns hat.“

Und dass das auch Spaß machen kann, ist ein zentrales Anliegen der Teamer vor Ort:

„Diese Jahr haben wir hier ein hochmotiviertes Team, alle wollen den 58 Kindern eine möglichst normale Woche im Camp ermöglichen ohne Maske und mit viel Bewegung, Spaß und Freiheit“, so Julian Lagemann, stellvertretender Vorsitzender der Sportjugend NRW und Vorsitzender des Kreisjugendring Steinfurt, der als Teamer vor Ort mit Verantwortung trägt und sich besonders darüber freut, dass die Kinder endlich mal wieder im Mittelpunkt stehen.

Für regelmäßige und ausgewogene Mahlzeiten sorgt vor Ort ein langjährig eingespieltes Küchenteam, bestehend aus Margarete Ebel, Katrin Müther und Olga Bulert.

Beim warmen Abendessen könne die Kinder sogar jeweils zwischen zwei Angeboten wählen, lecker und gesund zubereitet aus frischen Produkten von lokalen Lieferanten aus der Region. Heute gibt es z.B. „Reis mit Gemüsepfanne“ und „Reis mit Wirsingpfanne“, in der 13 kg Wirsing verarbeitet werden.

„Wir freuen uns einfach sehr, dass das Camp in diesem Jahr so stattfinden kann, nachdem es im letzten Jahr ausfallen musste. Durch die regelmäßige Testung in einem extra aufgebauten Testzelt können wir den Kindern ermöglichen, ihre Klassenlehrerinnen das erste Mal ohne Maske kennen zu lernen und sich frei zu bewegen“, so Projektleiter Jörg Klose, Lehrer der Nelson-Mandela-Gesamtschule. Sein 50-seitiges Hygienekonzept und die Detailplanung musste er in den letzten eineinhalb Jahren immer wieder der jeweiligen Gemengelange anpassen.

Diese gute Vorbereitung und Konzeption überzeugte auch den Besitzer des Ferienparks Westheide H. Norbert Austmann vor fünf Jahren, dessen schön gelegene Anlage direkt am See zwischen Greven und Nordwalde ideal ist für eine solche Veranstaltung. Klose bedankte sich im Gespräch besonders für das immer wieder unkomplizierte Miteinander und die tolle Kooperation. Problemlos gestalte sich auch die Nachbarschaft mit anderen Gästen der weitläufigen Anlage, mit denen z.B. gerade eine Mittagsruhe vereinbart wurde.

 Wie eine gut geölte Maschine aus vielen wichtigen Rädchen besteht, könnte auch dieses Projekt nicht ohne motivierte Kooperationspartner durchgeführt werden, so Klose. Um sich bei allen für ihre ideelle und finanzielle Unterstützung zu bedanken, hatte er eingeladen, sich am ersten Tag vor Ort ein Bild zu machen.

An die besondere Atmosphäre eines Zeltlagers könne er sich noch gut erinnern, so der Grevener Bürgermeister Dietrich Aden, der gemeinsam mit Schulleiter Ingo Krimphoff zu den Eingeladenen gehört. „Zunächst war es nur eine Notiz auf dem Schreibtisch, aber diese einmalige Atmosphäre eines Zeltlagers kann man nur vor Ort erleben und das weckt schöne Erinnerungen“, so Aden im Gespräch. Begeistert war er auch von der gut durchdachten Struktur des Camps. Die Inhalte zum Thema Gesundheit wünsche er sich als Thema bereits in den Schulen.

 

Teamleiter der Regionalvertretung Münsterland Dennis Epp und Daniel Schnieders, als ausgebildeter Sportwissenschaftler Spezialist im Bereich Prävention und Gesundheitsförderung, beide von der AOK NORDWEST sehen das ähnlich. Die Krankenkasse unterstützt das Projekt großzügig, u.a. finanzieren sie alle T-Shirts der Teamer, drucken die Plakate und stellen die Schrittzähler für alle 120 Teilnehmer zur Verfügung.

„Diese gut durchdachte und einmalige Konzeption, die Ernährung, Bewegung und Gesundheit zusammenführt, hat uns überzeugt und bestätigt aus unserer Sicht, dass die Gesundheit bereits einen hohen Stellenwert an dieser Schule hat“, so Schnieders begeistert.Auch die Evaluation durch die Studierenden der WWU Münster sei ganz in ihrem Sinne, da die Nachhaltigkeit eines solchen Projekts auch gewährleistet werden müsse.

 Lore Hauschild, ehemalige Realschullehrerin in Greven, Vorsitzende des Jugendhilfeausschusses und langjähriges Ratsmitglied für Bündnis90/Die Grünen kennt das Bildungscamps noch aus der Perspektive der Lehrerin, „hätte das auch gerne mal als Kind erlebt“. Sie freue sich über die Kinder, die hier nach dieser schweren Krisenzeit frei herumlaufen und endlich mal wieder im Mittelpunkt stehen dürfen.

 Bevor alle Geladene das Gelände wieder verlassen, betont Schulleiter Krimphoff noch einmal die Bedeutung dieses Vorzeigeprojekts für die Schule, die Grevener Sportvereine und die Studierenden der Uni Münster. „Für alle Beteiligten stellt es eine Win-win-win-Situation dar. Auch für die Studierenden bietet es in dieser Traumsituation eine einmalige Möglichkeit, erste Praxiserfahrungen zu sammeln, als zukünftige Multiplikatoren.“

 In der Nachmittagssonne sind die Schüler und Schülerinnen schon längst wieder in vorher gewählten Workshops aktiv, bevor sie am Abend im Zirkuszelt an einem Spielwettkampf gegen die Erwachsenen teilnehmen werden.

Wenn es dunkel wird, fallen alle nach einem langen Tag an der frischen Luft in ihren Schlafsäcken in einen tiefen Schlaf. Wem es schwerfällt zur Ruhe zu kommen, der bekommt noch eine Fantasiereise vorgelesen.

 

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