Krieg und Frieden als Thema in Praktischer Philosophie

Wilhelm von Humboldt fasste einmal zusammen: "Nur wer seine Vergangenheit kennt, hat eine Zukunft“, denn nur über unsere Vergangenheit können wir unsere Gegenwart verstehen und damit unsere Zukunft beeinflussen.

Das sich im Hinblick dessen derzeit das Thema von Krieg und Frieden aufdrängt, steht leider außer Frage. Dass wir nach über 75 Jahren wieder einen derartigen Krieg mitten in Europa erleben müssen, ist nur schwerlich zu ertragen. Dennoch müssen sich die Schüler*innen damit auseinandersetzen und mit geistigem Handwerkszeug ausgestattet werden, um als kritisch-reflektierende Beobachter agieren zu können.

Aus diesem Grund hat sich für die Inhalte des 10er PP Kurses ein Hybrid zwischen Philosophie und Geschichte entwickelt, welches den Fokus auf die Konfliktanalyse von Kriegen (zeitgenössischer oder vergangener Art) legte.

Dabei standen vor allem die eigene Bewertung jener Konflikte und die damit verbundenen Lösungsmöglichkeiten im Zentrum. Dabei entstanden diverse, kritisch reflektierende und reflektierte Präsentationen, sowohl in digitaler als auch analoger Form. Dass sich die handelnden Akteure bei den Entscheidungen um Krieg und Frieden in einem Spannungsfeld von Offenheit und Bedingtheit, hinsichtlich ihrer Wertesysteme und Interessen, befanden, konnte dadurch verstanden werden.

In diesem Kontext stellten die beiden Schülerinnen Lotta Krane und Mia Kolmsee den Zweiten Weltkrieg dar. Diesbezüglich interviewten die beiden die Urgroßmutter Mias, Anni, die den zweiten Weltkrieg noch erlebt hatte, und nahmen dies auf. Ein wunderbares Stück von Oral History bot sich dem Kurs. Natürlich wurde gemeinsam erarbeitet, dass das nur eine Sichtweise auf den Krieg ist, und wir auch derartigen subjektiven Darstellungen immer mit einer gewissen Distanz entgegentreten müssen. Vor allem im Hinblick des Holocausts gibt es in der modernen Forschung eine andere Sichtweise als von Anni vorgetragen.

Dennoch war das gut 75 Jahre nach dem Ende des schrecklichsten aller Kriege eine Erfahrung, die ich für meine Schüler*innen des 10er PP Kurses so nicht missen wollen würde. Dahingehend kann ich mich hierfür im Namen des Kurses bei Ihnen Anni, bei euch, Mia und Lotta für diesen Einsatz nur bedanken. Danke!

 Herr Kocak

 Liebe/r Leser/in, in dieser Audio, lernt Ihr "Anni" kennen. Sie hat Ihre Jugend während des Zweiten Weltkrieges verbracht. Heute ist Sie 93 Jahre alt (stand 2022) und berichtet uns gerne und offen über ihre damaligen Erlebnisse. Aber warum das alles? Wir haben momentan das Thema Krieg und Frieden in unserem Philosophie-Kurs und sollten einen Vortrag über einen Krieg unserer Wahl halten. Wir haben lange überlegt, über welchen Krieg wir berichten wollen und haben uns dann für diesen entschieden, da wir finden, dass auch die vergangenen Kriege noch stark thematisiert werden sollten. Während unseres Vortrages haben wir uns auch auf den Holocaust (die Shoa) spezialisiert, da wir ja noch das Interview machten, dass sich vor allem auf den damaligen Alltag bezog. Wir hoffen, dass es ihnen gefällt.

Mia Kolmsee und Lotta Krane

 

Interview mit Mia Kolmsees Urgroßmutter Anni

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