Lernen im Grünen: Fünftklässler*innen erleben Schule als Abenteuer
Statt Klassenzimmer stand der Stadtwald Greven auf dem Stundenplan – mit erlebnispädagogischen Aktionen, bei denen Bewegung, Teamgeist und Naturerleben im Mittelpunkt standen.
Viele Kinder und Jugendliche verbringen heute viel Zeit vor Bildschirmen; die wohltuende Wirkung von Natur auf Stress, Konzentration und Wohlbefinden gerät dabei leicht in den Hintergrund. Genau hier setzte das mehrtägige Outdoor-Programm an: Über Stationen wie den Moorpfad oder das „schwingende Tor“ loteten die Schülerinnen und Schüler eigene Grenzen aus, stärkten ihr Selbstvertrauen und übten, miteinander Absprachen zu treffen – ganz ohne digitale Medien.
Begleitet wurde der Unterricht von einem erlebnispädagogischen Team des Kreissportbundes Steinfurt, das die abwechslungsreichen Übungen anleitete. „Es ist beeindruckend zu sehen, wie die Kinder von Tag zu Tag sicherer werden – ob beim Balancieren, beim gemeinsamen Lösen von Aufgaben oder beim stillen Kommunizieren ohne Worte“, berichtet Teamer Dirk Holtmann. Jahrgangsstufenleiterin Britta Veber zieht ebenfalls ein positives Fazit: „Die Waldtage haben gezeigt, wann eine Klasse als Gruppe funktioniert und wann sie als echtes Team zusammenwächst. Die Erfahrungen tragen in den Unterricht hinein – für Lernkultur und Kommunikation ist das ein Gewinn.“
Zum Programm gehörten neben Teambuilding-Aufgaben auch Wahlangebote: Die Kinder entschieden sich unter anderem für den Bau eines Barfußparks oder die Gestaltung eines Waldmandalas. „Der Barfußpark war megacool – der Schlamm war besonders entspannend für meine Füße!“, schwärmten Emily und Flore nach ihrer Runde über verschiedene Naturuntergründe. Kulinarisch wurde es beim gemeinsamen Frühstück mit selbst hergestellter Brennnesselbutter. Und beim Hüttenbau konnten die Kinder eigene Ideen verwirklichen: „Das Bauen des Lagers hat uns besonders gefallen“, resümierten Lina und Nola.
Inhaltlich zielte das Outdoor-Lernen darauf ab, alle Sinne anzusprechen, Stress abzubauen und Bewegung selbstverständlich in den Alltag zu integrieren. Dass dies gelang, zeigte die abschließende Feedback-Runde: Die Jugendlichen waren sich einig, dass die Tage im Wald „viel zu schnell“ vorbeigingen – und dass das Handy in dieser Zeit erstaunlich leicht zu vergessen war. „Bei Übungen wie der Bewegungsolympiade oder dem Naturerkundungsgang stehen Spaß und Miteinander im Vordergrund. Genau so entsteht Nachhaltigkeit“, betont Bewegungsspezialistin Julia Mitschke.
Das mehrtägige Programm, das in Kooperation mit der AOK umgesetzt wurde, unterstreicht aus Sicht der Schule, wie wirkungsvoll Lernen außerhalb des Klassenzimmers sein kann: Mehr Bewegung, stärkere Gemeinschaft, neue Perspektiven – und eine Extraportion Freude am Lernen.