Großes Engagement und leuchtende Augen: Das Jugendbildungscamp mit den Klassen 6a und 6b
Im Mittelpunkt steht die Ausbildung von Schülerinnen zu qualifizierten Sporthelferinnen und Jugendleiter*innen.
Trägerin und zentrale Partnerin bei der Qualifizierung ist die Sportjugend im Kreissportbund Steinfurt (KSB). Das professionelle Lehrteam des KSB – Dirk Holtmann, Jule Kleine-Berkenbusch und Gida Yassine – begleitet die Jugendlichen während ihrer Ausbildung und vermittelt ihnen das notwendige pädagogische und sportpraktische Handwerkszeug für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen.
Rund 120 Teilnehmende erleben eine Woche voller Bildung, Bewegung, gesunder Ernährung und Gemeinschaft. Dabei übernehmen 39 Schülerinnen der Jahrgangsstufen 11 und 12 eine besondere Verantwortung: Sie betreuen und begleiten die 55 Schülerinnen der Klassen 6a und 6b, die hier ihre Klassenfahrt verbringen.
Das Besondere am JuBiCamp ist die Verbindung von Ausbildung und praktischer Erfahrung. Was die Schüler*innen zuvor in der Schule und in einem Vorbereitungscamp gelernt haben, wenden sie nun direkt im JuBiCamp an. Sie planen Angebote, übernehmen Gruppenverantwortung, gestalten Workshops und lernen, auf die Bedürfnisse jüngerer Kinder einzugehen.
Für die Jugendlichen ist das JuBiCamp damit ein wichtiger Bestandteil ihrer Qualifizierung: Sie schließen hier ihre Ausbildung zum/zur Sporthelfer*in ab oder erwerben im zweiten Jahr das Zertifikat „Kinder- und Jugendfahrten im Sportverein“. Darüber hinaus wenden unsere ausgebildeten Übungsleiter ihr Wissen direkt an. Damit werden sie befähigt, künftig selbst Freizeitmaßnahmen, Sportangebote und Fahrten für Kinder und Jugendliche zu planen und durchzuführen.
Auch zwei Lehramtsstudierende der Universität Münster sammeln im JuBiCamp praktische Erfahrungen. Inhalte und Angebote wurden bereits im Vorfeld in Seminaren vorbereitet. Auch sie können im Rahmen des Camps das entsprechende Zertifikat erwerben.
Die pädagogische Ausbildung und Begleitung des Teams übernimmt die Sportjugend im Kreissportbund Steinfurt. Gemeinsam mit den Gesamtschullehrern Jörg Klose und Julian Dawin, die das Projekt leiten, schaffen die Fachkräfte des KSB die Rahmenbedingungen dafür, dass die Jugendlichen Verantwortung übernehmen und ihre erworbenen Kompetenzen in der Praxis erproben können.
„Dass das Team hier in der Durchführung des Camps aus Jugendlichen und Studierenden besteht, ist etwas ganz Besonderes. Sie sind als junge, authentische Vorbilder ganz nah an den Kindern dran“, berichtet Katrin Schröder, Klassenlehrerin der 6a. „Hier entsteht ein echter Teamgeist. Das wird auch noch im Schulalltag spürbar sein.“
Auch die jüngeren Teilnehmerinnen profitieren vom besonderen Konzept. „Das Zelten mit den Freunden und die ganzen Aktionen machen super viel Spaß, die Tage vergehen wie im Flug!“, erzählt der Schüler Jakob strahlend. Seine Mitschülerin Milla ergänzt: „Die Stimmung hier am See ist einmalig, wir wollen eigentlich gar nicht wieder weg.“
Und in Workshops rund um Zirkus, Reiten, Kanufahren, kreatives Kochen und Bewegung werden Bildungsprozesse spielerisch angestoßen. Gleichzeitig lernen die älteren Schülerinnen, wie solche Angebote geplant, angeleitet und pädagogisch begleitet werden. Bewegung, gesunde Ernährung und soziale Kompetenzen sind dabei zentrale Bestandteile des Camps. Unterstützt wird dieser ganzheitliche Ansatz durch die AOK NordWest, die das Projekt finanziell fördert.
Verena Leutermann, Teamleiterin Prävention bei der AOK NordWest – Die Gesundheitskasse erklärt begeistert: „Eine ganzheitliche Gesundheitsförderung im Jugendalter sollte körperliche Aktivität, ausgewogene Ernährung und die Entwicklung psychischer Widerstandsfähigkeit gleichermaßen berücksichtigen, da diese Bereiche wesentliche Voraussetzungen für eine gesunde Entwicklung, Leistungsfähigkeit und langfristige Gesundheitskompetenz darstellen. Genau das bietet das Jugendbildungscamp und deshalb fördern wir als AOK NordWest – Die Gesundheitskasse dieses tolle Projekt.“
Auch Georg Dodt, Teamleiter Jugendförderung beim Jugendamt der Stadt Greven, machte sich ein Bild vom Zeltlagerleben und den Qualifizierungen im Jugendbildungscamp. Die Stadt Greven unterstützt das Projekt seit vielen Jahren: „Die Schülerinnen und Schüler erwerben im Jugendbildungscamp auf spielerische Weise vielfältige Kompetenzen. In Greven leben wir davon, dass sich Jugendliche ehrenamtlich im Sportverein, im Jugendverband und in der Schule engagieren. Die Grundlagen dafür werden auf beeindruckende Weise in diesem Jugendcamp gelegt.“
Neben der fachlichen Ausbildung lernen die Jugendlichen vor allem eines: Verantwortung zu übernehmen. Sie erfahren, wie wichtig Teamarbeit, Organisation, Kommunikation und Verlässlichkeit bei der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen sind. Diese Erfahrungen bilden eine wichtige Grundlage für späteres ehrenamtliches Engagement im Sportverein, in Jugendverbänden oder in der Schule.
Ermöglicht wird das JuBiCamp durch das Zusammenspiel der Nelson-Mandela-Gesamtschule, der Sportjugend im Kreissportbund Steinfurt, der AOK NordWest, und der Stadt Greven sowie durch zahlreiche ehrenamtliche Helfer*innen aus den Bereichen Küche, Logistik, Sanitätsdienst und Technik.
Trotz kühler Nächte und einzelner Regenschauer kommt dabei auch der gemeinsame Spaß nicht zu kurz. Eine Kanutour auf der Ems, Filmabende und eine Zirkus-Disco gehören ebenso zum Programm wie die täglichen Workshops. Den Abschluss bildete eine Zirkusvorstellung am Samstag, bei der die jüngeren Schüler*innen ihren Eltern zeigen, was sie während der Woche gelernt haben.
Während die Kinder anschließend das Camp verließen, stand für die jugendlichen Leiter*innen noch der Abbau an. „Wir hoffen, alle Zelte trocken einpacken zu können. Dann kann das Team am Montag ausruhen, bevor Dienstag das Schuljahr so richtig beginnt“, so Gesamtschullehrer Julian Dawin.
Orgaleiter Jörg Klose macht sich Gedanken und ein paar Sorgen um die Durchführung des JuBi Camp 2027, da es derzeit danach aussieht, dass die finanzielle Förderung geringer wird. Hofft aber auf weitere Fördermöglichkeiten auch noch durch weitere Kooperationspartner bzw. Fördertöpfe.