Workshop lässt Greven erstrahlen: Vier Siegerentwürfe aus Wettbewerb „Greven mal(t) bunt“ gesprüht

Bei strahlendem Wetter fand heute in Greven ein besonderer Kunst-Workshop statt: Zehn Schüler*innen der Nelson-Mandela-Gesamtschule setzten erstmals mit Sprühdosen die vier Siegerentwürfe des vorausgegangenen Schulwettbewerbs zur Grevener Aktion „Greven mal(t) bunt“ um.

  • Mia Filipovic, Flore Bente und Thilo Jarvers (Klasse 5b)
  • Melek Prasse und Mia Rosenkranz (Klasse 5b)
  • Amina und Medina Kortak und Kanigbe Diane (Klasse 8b)
  • Anna Kovalova (Klasse 8d) und Michelle Rein (Klasse 8a)

hatten mit ihren kreativen Entwürfen den schulinternen Wettbewerb für die Planen gewonnen und durften an einem Projekttag dem Schulunterricht fernbleiben, um an dem Workshop teilzunehmen.

Nach einer kurzen Einführung in Caps und Techniken wagten die Kinder die ersten Striche auf einer Übungsplane. Sichtbar von Minute zu Minute sicherer, wechselten sie zwischen Linien, Flächen und Farbverläufen. Anschließend befestigten sie Planen an Bauzäunen und übertrugen den Siegerentwurf des schulinternen Wettbewerbs: Zunächst entstanden helle Umrisse, dann Schicht für Schicht die farbigen Flächen. Den finalen Ausdruck erhielten die Motive durch dunkle Outlines – der charakteristische „Schliff“ des Graffiti.

Thematisch stand Greven im Mittelpunkt: persönliche Lieblingsorte, Identität und das, was die Stadt für die jungen Künstler*innen typisch macht. „Ich bin richtig stolz auf unser Graffiti-Projekt. Keiner von uns hatte vorher mit Sprühdosen gearbeitet, das war für alle neu. Am Anfang war ich ziemlich aufgeregt und hatte Angst, etwas falsch zu machen. Aber wir haben geübt, uns gegenseitig geholfen und Tipps von Herrn Schneider bekommen“, berichtet Thilo aus der 5. Klasse. Anja (8d) ergänzt bei der Abschlussbesprechung: „Am Ende sehen unsere Bilder echt cool aus! Ich hätte nie gedacht, dass wir das so gut hinkriegen. Wenn man sich traut, etwas Neues auszuprobieren, kann was richtig Cooles dabei rauskommen.“ Und Amina zieht ein ehrliches Fazit: „Ich habe es mir irgendwie leichter vorgestellt, als ob man mit einem Stift zeichnet. Aber jetzt bin ich gut reingekommen.“

Geleitet wurde der Workshop von Oliver Schneider, Studierender an der Kunstakademie und der Universität Münster, der seit einem Jahr an der NMG als Vertretungskraft für Kunst und Deutsch unterrichtet und kurz vor seinem Masterabschluss steht. Schneider arbeitet seit seiner Jugend mit der Sprühdose; mit 13 besuchte er seinen ersten Workshop. Es folgten über 20 Jahre Erfahrung, unter anderem im Verein „Style Fiasko e.V.“ in Siegen zur Förderung kreativer Jugendarbeit sowie Tätigkeiten für die Grevener Firma „bunt-mit-uns“. Heute gibt er jährlich 10 bis 12 Workshops für Kinder und Jugendliche und realisiert zudem Auftragsarbeiten.

Mit ruhiger Hand und viel Übersicht führte Schneider die Gruppe an die neue Technik heran – beratend und motivierend, ohne in den künstlerischen Prozess einzugreifen. Sein fachkundiger Blick half, für jedes Problem eine passende Lösung zu finden. Für die Kunstlehrerin Johanna Georg, die den Wettbewerb an der Gesamtschule ausgelobt hatte, die seit über 25 Jahren unterrichtet, war es ebenfalls ein eindrucksvoller Tag: Graffiti verlange Mut zur großen Fläche, Geduld beim Schichten von Farben und das Vertrauen, dass sich das Motiv über Linien und Flächen Schritt für Schritt herauskristallisiere – final präzisiert durch die dunklen Umrisslinien.

Pädagogisch überzeugte der Workshop durch Ausdauer und Teamgeist: Fünf Kinder im Alter von etwa 11 Jahren und fünf im Alter von etwa 13 Jahren arbeiteten von 8.00 bis 14.30 Uhr konzentriert an ihren Planen. Kleine Durststrecken wurden mit kühlen Getränken und Eis überbrückt. In den Kleingruppen trafen die Schüler*innen Absprachen, klärten Entscheidungen gemeinsam – und holten nur gelegentlich Erwachsene hinzu, wenn ein dritter Blick nötig war.

Unterstützt wurde das Projekt maßgeblich von Frau Detloff, Leiterin der Werkstätten des Jugendkulturzentrum Karderie, die die Location, Bauzäune sowie fehlendes Equipment organisierte und sogar spontan eine Plane zum Ausprobieren beisteuerte. Auch machte sie die Kunstfachschaft der Gesamtschule erst auf den Wettbewerb aufmerksam.

 Am Ende überwog die Freude über starke Ergebnisse und neu gewonnene Erfahrung. Stolz blicken die Jugendlichen nun darauf, dass ihre Werke auf den Bauplanen bald im öffentlichen Raum Grevens zu sehen sein wird, die Vernissage findet am Grevener Maifest statt.

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